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Cerstin
Bauer-Funke: Studien zur Poetik des Oppositionstheaters während der Franco-Diktatur 2007. 656 Seiten Die Studie untersucht das realistische Oppositionstheater der 1950er und 1960er Jahre. In Ablehnung des propagandistischen, evasionistischen und konformistischen bürgerlichen Konsum- und Unterhaltungstheaters entstanden, hat es mittels realistischer Darstellungsverfahren die Schattenseiten der Diktatur immer dezidierter enthüllt und das offiziell vom Regime propagierte Spanienbild – die España una, grande, libre – als Schein entlarvt. Die Subversivität des antifranquistischen Theaters ist dabei jedoch nicht allein inhaltlich und thematisch zu fassen; alle zur Debatte stehenden Dramatiker der Generación Realista sehen gerade im Realismus als Methode die effektivste Form des Kampfes gegen politische Unterdrückung und soziale Ungerechtigkeit. Ausgehend von der Analyse des komplexen
Entstehungsprozesses des realistischen Oppositionstheaters und der ästhetischen
Theoriebildung der regimekritischen Dramatiker ab Ende der 1940er Jahre
stehen die Verfahren zur realistischen Wirklichkeitsmodellierung im Zentrum
der Untersuchung zahlreicher Theaterstücke. Neben inhaltlichen und formalen
Aspekten der dramatischen Realitätskonstrukte bildet eine für das
antifranquistische Theater typische Semantisierung des Raumes die zentrale
Analysekategorie: Es handelt sich um die Opposition von espacio cerrado
und espacio aberto, anhand derer sich das vielschichtige
regimekritische Potential des dialektischen Verhältnisses von Schein und
Sein, Fiktion und Realität, España oficial und España real
entfaltet. |