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"Ein bewegendes Dokument seiner Zeit." 

Rheinischer Merkur

 

Martin Heidegger/Karl Jaspers:
Briefwechsel 1920-1963

Herausgegeben von Walter Biemel und Hans Saner

1990. 300 Seiten, 4 Abbildungen
Ln € 24.- ISBN 978-3-465-02218-3

Heidegger und Jaspers lernten sich im Frühjahr 1920 in Freiburg bei Husserl kennen. In der Folge führten sie bis 1936 und dann wieder von 1949 bis 1963 einen Briefwechsel, von dem insgesamt 155 Schriftstücke erhalten sind. Dieser Band gibt sie vollständig und ohne Kürzungen wieder, versieht sie im Anhang mit den nötigen Erklärungen und ergänzt sie dort durch weitere Dokumente.

Die frühen Jahre der Korrespondenz zeugen von der gemeinsamen Hoffnung der beiden Denker, im jeweils anderen einen Freund und Kampfgefährten zu finden, der an der Neugestaltung des Philosophierens und an der Umgestaltung der Universität teilhat. Je klarere aber die Inhalte und Konturen des eigenen Denkens werden, desto klarer treten die Differenzen zwischen Fundamentalontologie und Existenzerhellung einerseits und zwischen den unterschiedlichen Konzepten zur Universitätsreform andererseits hervor. Die Entfremdung festigt sich in den unterschiedlichen Positionen angesichts des politischen Geschehens, führt aber von keiner Seite zum radikal vollzogenen Bruch. Eben von dieser Entfremdung handeln zu großen Teilen die Briefe der Nachkriegszeit. In ihnen liegt ein elegischer Ton. Man setzt noch einmal auf die Hoffnung einer nun kritisch gewandelten Gemeinschaft und sieht, daß es nicht mehr geht. Dennoch bleibt ein Bewußtsein, daß der andere der eigentlich angemessene Partner im Denken wäre.