Klostermann
Seminar
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Arnold Gehlen:
Urmensch und Spätkultur
Philosophische Ergebnisse und Aussagen
Herausgegeben von Karl-Siegbert Rehberg
6, erweiterte Auflage 2004. XXII, 318 Seiten. Kt € 21.-
ISBN 978-3-465-03305-9
Klostermann Seminar Band 4
Arnold Gehlens erstmals 1956 erschienenes Buch „Urmensch
und Spätkultur" ist als Philosophie der Institutionen vor allem ein
soziologisches Grundlagenwerk. Seine methodische Basis ist eine
philosophisch-anthropologische Kategorienforschung, die sich auf
kultur- und sozialanthropologische Materialien stützt. Das Buch ist bis
heute eine der anregendsten Quellen für eine soziologische
Institutionenanalyse. Niemand hat die symbolische Struktur der aus dem
Zusammenhandeln von Menschen sich ergebenden Stabilisierungen durch rituelle
Vergegenwärtigung besser herausgearbeitet als Gehlen. Dabei blieb er ein
konservativer „Institutionalist" in dem Sinne, daß er den
institutionellen Sicherungen vor allen individuellen Interessen den Vorrang
gab und die institutionelle Entlastung über jede institutionell erzeugte
Belastung stellte und somit zu einer „hobbistischen" Lösung des
Ordnungsproblems kam. Zugleich entwickelte er aber eine handlungsbezogene
und dynamische Theorie der Kreation des Institutionellen; diese
Einrichtungen sichern das indirekte Verhältnis, das der Mensch zu
anderen und zu sich selbst aufzubauen gezwungen ist. Gehlen erkannte in
diesen „Sozialregulationen" unwahrscheinliche und mühsam erreichte
Stabilisierungen, deren geschichtlich legitimierte Ordnungsleistungen er
seit der Aufklärung, den großen Revolutionen und spätestens seit dem 20.
Jahrhundert in Auflösung sah.
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