Gliederung
der Gesamtausgabe
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"[...] Ein aufregender Band [...].
Daß einige dieser Zeugnisse schon bekannt waren [...], ändert nichts an
dem großen Wurf, den die jetzige Veröffentlichung für die Heidegger- und
Jünger-Forschung bedeutet."
Frankfurter Allgemeine Zeitung
"Der Band 90 der
Gesamtausgabe [...] ist ein Ereignis."
Süddeutsche
Zeitung
"Wer sich vor Augen
hält, wie wenig bisherige Heidegger-Biographen mit dem Namen Ernst
Jünger anfangen konnten, wird registrieren müssen, wie vorläufig diese
Biographien sind."
Die
Zeit
"Als Quelle zur
heideggerschen Philosophie der 40er- und 50er Jahre unentbehrlich."
Gnostika
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Martin Heidegger
Gesamtausgabe
IV. Abteilung: Hinweise und Aufzeichnungen
Band 90: Zu Ernst Jünger
Herausgegeben von Peter Trawny
2004. XVI, 460 Seiten, 1 Farbtafel
Ln einzeln 49.-, im Abonnement 44.10
ISBN 978-3-465-03325-7
Kt einzeln 42.-, im Abonnement 37.80
ISBN 978-3-465-03324-0
Als am Anfang der Dreißiger Jahre Ernst Jüngers Essays Die
totale Mobilmachung und Der Arbeiter erscheinen, erkennt
Heidegger in ihnen unmittelbar den Geist der sich vollendenden Neuzeit. Für
ihn ist Jünger der wahrhaft zeitgemäße Vertreter von
Nietzsches Philosophie, die der Philosoph als das Ende der abendländischen Metaphysik
auslegt. Von 1934 an legt Heidegger in einer eindringlichen Auseinandersetzung immer wieder vor allem Jüngers Der Arbeiter, aber
auch andere Texte wie den Essay Über den Schmerz und das spätere
Werk Auf den Marmorklippen aus.
Im Januar 1940 ruft er einen kleinen Kreis von Kollegen an
der Freiburger Universität zu einer "Aussprache über Jünger"
zusammen. Anläßlich dieser Zusammenkunft entstehen Texte, in denen
Heidegger sein Verständnis von Jüngers wichtigen Einsichten in den
Charakter der Zeit ausführlicher darlegt. Ihm gelten sie als unverzichtbar
für die Erfassung der durch den Willen zur Macht und der Technik
geprägten, aus den Fugen geratenen Epoche. Zugleich unterzieht er sie einer
destruierenden und zuweilen entschieden polemischen Deutung. Noch Jahre
später, in der ersten Hälfte der Fünfziger Jahre, als Jünger weitere
Schriften wie Der Friede oder Über die Linie veröffentlicht,
ringt Heidegger mit der "Gestalt des Arbeiters", in der er den
Nachfahren von Nietzsches Übermenschen erblickt.
Der Band 90 von Heideggers Gesamtausgabe Zu Ernst
Jünger enthält jene Aufzeichnungen der Dreißiger Jahre, die "Aussprache
über Jünger" sowie ein Manuskript mit der Überschrift "Gestalt"
aus dem Jahre 1954. Außerdem umfaßt er Randbemerkungen, die Heidegger in
großer Zahl in zwei Handexemplaren von Der Arbeiter, in Jüngers
Essaysammlung Blätter und Steine sowie in Über die Linie
überaus sorgfältig eingetragen hat. Zwei Faksimiles aus dem ersten Arbeiter-Handexemplar
geben dem Leser einen unmittelbaren Eindruck des genauen Lesens. Der Band
dokumentiert nicht nur Heideggers sehr entschlossen geführte
Auseinandersetzung mit Jüngers aufmerksamen Analysen und programmatischen
Stellungnahmen. Er gibt darüber hinaus einen Einblick in die Herkunft derjenigen Gedanken, die Heidegger später zu seiner Erörterung des "Gestells"
ausbaute.
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