Martin Heidegger
Gesamtausgabe
II. Abteilung: Vorlesungen 1919-1944
Band 59: Phänomenologie der
Anschauung und des Ausdrucks
Theorie der philosophischen Begriffsbildung
(Sommersemester 1920)
Herausgegeben von Claudius
Strube
2., durchgesehene Auflage
2007. VIII, 202 Seiten
Ln einzeln 39.-, im Abonnement 33.15
ISBN 978-3-465-03552-7
Kt einzeln 32.-, im Abonnement 27.20
ISBN 978-3-465-03551-0
Der Band
enthält den hier erstmals veröffentlichten Text von Heideggers
Vorlesungsausarbeitung für das Sommersemester 1920 an der Universität
Freiburg. Für die Entwicklung seiner spezifischen Phänomenologie-Konzeption
kommt dieser Vorlesung zweifellos eine Schlüsselrolle zu. Intensiv wird die
Methode der phänomenologischen Destruktion dargestellt und gehandhabt.
Deutlicher als in den Vorlesungssemestern zuvor rückt dabei der Begriff der
faktischen Lebenserfahrung ins Zentrum seiner Philosophie.
Ausgehend
von den beiden Bedeutungsrichtungen des Urphänomens "Leben“, nämlich
Leben einerseits als Objektivieren und andererseits als Er-Leben, werden
zwei Problemgruppen der modernen Philosophie ausgemacht: Das Aprioriproblem
und das Erlebnisproblem. Im ersten Fall konfrontiert Heidegger den beinahe
selbstverständlichen Anspruch auf Apriorität mit dem eingehend
beschriebenen und aufgeschlüsselten Phänomen der Geschichte. Im zweiten
Fall entdeckt er einem Vergleich zwischen Natorps und Diltheys
Psychologie-Verständnis überraschende Gemeinsamkeiten. Die
Auseinandersetzung mit dem Methodenideal der Marburger Schule sowie der
Vergleich Natorp-Dilthey bleiben im Corpus der Vorlesungen einmalig.
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