Eine Veröffentlichung des
Max-Planck-Instituts für
Europäische Rechtsgeschichte

Recht in der
Industriellen Revolution
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Rezension
in H-Soz-u-Kult
"Ebenso minuziöse
wie perspektivenreiche Untersuchung [...] spannend wie ein
Kriminalroman."
Neue
Zürcher Zeitung
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Margrit
Seckelmann:
Industrialisierung, Internationalisierung und Patentrecht im Deutschen
Reich, 1871-1914
2006. XII, 528 Seiten
Kt einzeln € 89.-, im Abonnement € 80.10
ISBN 978-3-465-03488-9
Recht in der Industriellen Revolution. Herausgegeben von Miloš
Vec. Band 2
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte Band 201
Kann Recht Innovationen befördern? Die Bedeutung
rechtlicher Institutionen, lange von der Wirtschaftsgeschichte
vernachlässigt, erfährt in den letzten Jahren wieder stärkere
Aufmerksamkeit. Die Monographie Industrialisierung,
Internationalisierung und Patentrecht im Deutschen Reich, 1871-1914,
nimmt diese Debatte aus rechtshistorischer Sicht auf. Technikhistorische,
wirtschaftshistorische und rechtshistorische Ansätze werden in der Arbeit
kombiniert, um die Bedeutung des institutionellen "framework"
für technischen und wissenschaftlichen Fortschritt zu untersuchen.
Umgekehrt wird auch die Fortentwicklung des Rechts aufgrund der im Rahmen
der Industriellen Revolution aufgetretenen sozialen und technischen Fragen
in den Blick genommen.
Die Arbeit erklärt die Kodifikation des
Reichspatentgesetzes vom 25. Mai 1877 und seine Normanwendungsphase
mithilfe institutionenökonomischer Überlegungen. Die wechselseitige
Beeinflussung zwischen den Systemen der Wissenschaft, der Ökonomie und
des Rechts wird anhand von Beschreibungen in der zeitgenössischen
juristischen, volkswirtschaftlichen und technischen Fachliteratur
analysiert. Ebenso werden die Rechtsprechung des Reichsgerichts, die
publizierten Entscheidungen und internen Akten des Kaiserlichen Patentamts
und des Reichsamts des Innern, die Akten des Deutschen
Patentschutzvereins, die Dokumente über die internationalen
Patentschutzkonferenzen und Akten aus Unternehmensarchiven ausgewertet.
Dabei wird das Augenmerk auf die Frage gelegt, inwieweit das Zivilrecht
und das sich entwickelnde Verwaltungsrecht zu Anpassungsleistungen
gezwungen waren. Diese bezogen sich zum einen auf den zivilrechtlichen
Eigentumsbegriff, zum anderen auf verfahrensorganisatorische Aspekte wie
die Trennung von Anmelde- und Widerspruchsbehörden. Ein weiterer Punkt
betraf die Bestrebungen zur Selbstregulierung der Verbände, welche auf
deutscher wie internationaler Ebene verfolgt wurden. Schließlich wird
untersucht, wie der Gesetzgeber, die Verwaltung und die Gerichte auf die
Soziale Frage reagierten, welche auch auf die Rechtsstellung der
angestellten Erfinder bezogen wurde.
Margrit Seckelmann war Mitglied der selbständigen
wissenschaftlichen Nachwuchsgruppe "Recht in der Industriellen
Revolution" und ist Geschäftsführerin des Deutschen
Forschungsinstituts für Öffentliche Verwaltung in Speyer.
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