Eine Veröffentlichung des
Max-Planck-Instituts für
Europäische Rechtsgeschichte

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Eine
aktuelle Rezension dieses Buches
"Spannend geschriebene Darstellung,
bewunderungswürdige Genauigkeit [...]. Eine besonders gelungene und
beeindruckende Leistung."
Rabels
Zeitschrift
"Die besondere Leistung dieser
hervorragenden Studie liegt darin, dass sie das historische Geschehen sehr
eloquent mit grundsätzlichen Fragen der Entwicklung eines
transnationalen, von staatlicher Regulierung autonomen Rechts verbindet,
ohne sich dabei in juristischen und historischen Details zu verlieren
[...] Spannende Lektüre."
Comparativ
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Tilmann
J. Röder:
Rechtsbildung im wirtschaftlichen "Weltverkehr"
Das Erdbeben
von San Francisco und die internationale Standardisierung von
Vertragsbedingungen
2006. XII,
394 Seiten
Kt einzeln € 66.-, im Abonnement € 59.40
ISBN 978-3-465-04000-2
Recht in der Industriellen Revolution.
Herausgegeben von Miloš
Vec. Band 4
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte Band 206
Am Ende des 19. Jahrhunderts verstärkte
sich mit der Internationalisierung der Wirtschaft die Tendenz zu
Standardverträgen und -klauseln. Immer mehr Branchen verwendeten
Allgemeine Vertragsbedingungen, deren Inhalt sie selbst bestimmen konnten.
Wollten sie sich ganz vom staatlichen Recht ablösen, so vereinbarten die
Parteien die Konfliktlösung durch Schiedsgerichte. Ein lebendiges
Beispiel für diese Veränderungen bietet die Reaktion der
Versicherungswirtschaft auf die Feuerkatastrophe von San Francisco nach
dem Erdbeben vom 18. April 1906. Sofort entstand ein weltumspannender
Diskurs über wirtschaftliche, technische und juristische Konsequenzen.
Zugleich entwickelte eine kleine Gruppe einflußreicher Rückversicherer
eine rigorose Freizeichnungsklausel für den weltweiten Gebrauch. Diese
„Erdbebenklausel" übernahmen die Feuerversicherer in zahlreichen
Regionen in ihre Formulare. Beispielhaft stehen Deutschland und
Kalifornien zum Vergleich, wo die Erdbebenklausel eingeführt bzw.
abgelehnt wurde, sowie Italien, wo die Problematik erst nach dem Untergang
von Messina am 28. Dezember 1908 ernst genommen wurde. Am Ende der
Untersuchung wird die juristische Qualität dieser neuartigen Phänomene
als "lex mercatoria" erörtert. Eine globale, auf
Selbstorganisation der Wirtschaft beruhende Veränderung des Rechts hatte
es in diesem Ausmaß bis dahin nicht gegeben.
Tilmann J. Röder ist Projektkoordinator am
Max-Planck-Institut für ausländisches öffentliches Recht und
Völkerrecht in Heidelberg.
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