Eine Veröffentlichung des
Max-Planck-Instituts 
für Europäische Rechtsgeschichte

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Repertorium der Policeyordnungen 
der Frühen Neuzeit

Herausgegeben von Karl Härter und Michael Stolleis

Band 8: Reichsstädte 3: Ulm

Herausgegeben von Susanne Kremmer und 
Hans Eugen Specker

2007. VIII, 920 Seiten
Kt einzeln € 139.-, im Abonnement € 125.10
ISBN 978-3-465-04033-0
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte Band 218

Der achte Band des Repertoriums der Policeyordungen der Frühen Neuzeit erschließt die frühneuzeitlichen Policeynormen von Ulm, einer der größten und bedeutendsten Reichsstädte des Alten Reiches. Angefangen von der Bürgerrechtsordnung aus dem Jahr 1316 bis zur Steuerordnung vom November 1802 werden 5244 vormoderne Ordnungsgesetze mit ihren Regelungsinhalten chronologisch dokumentiert und durch das differenzierte Register der Policeymaterialien inhaltlich erschlossen. Da in Ulm Handwerk und Handel stark ausgeprägt waren und die Stadt zudem im Besitz eines großen, geschlossenen Territoriums war, ermöglicht der Band einen guten Einblick in die charakteristischen Ordnungsprobleme eines vormodernen "Stadtstaates" und die Entwicklung von Verwaltung und Gesetzgebung. 

Die Ordnungstätigkeit erstreckte sich dabei auf alle erdenklichen Gebiete mit Schwerpunkten in den Bereichen Bürgerrecht, Steuerpflicht, Ansiedelung/Auswanderung, Armenfürsorge/Bettelwesen, Handel und Gewerbe. Darüber hinaus wird eine große Zahl sogenannter Zuchtordnungen nachgewiesen, die mit Vorschriften über Gotteslästerung, Kirchenzucht, Luxus, Kleidung, Sexualität, Alkoholgenuß oder die Gestaltung von Hochzeiten, Taufen und Beerdigungen den Lebenswandel der Bevölkerung reglementierten. Die Ulmer Policeynormen bieten folglich reichhaltiges Material für Forschungen zu den Problemen des täglichen Zusammenlebens in der vormodernen Stadt.