Katalin
Gönczi:
Die europäischen Fundamente der ungarischen Rechtskultur
Juristische
Wissenstransfers und nationale Rechtswissenschaft in Ungarn zur Zeit der
Aufklärung und im Vormärz
2007.
XII, 320 Seiten
Kt einzeln € 69.-, im Abonnement € 62.10
ISBN 978-3-465-04040-8
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte Band 227
Die europäischen Verbindungen der
ungarischen Rechtskultur stehen im Mittelpunkt der Arbeit, die die
Methoden der Transferforschung anwendet. Die Epochen des aufgeklärten
Absolutismus, der Restauration und des Vormärz zeigen deutlich, wie die
ungarische Rechtskultur – also die Kodifikationsbewegung und die
Rechtswissenschaft – mit den europäischen Ideen in Berührung kam.
Nachgegangen wird dabei den Wegen, Formen und Akteuren, also der
Kurzzeitmigration, den Kontakten zu ausländischen Rechtswissenschaftlern,
den institutionellen Verbindungen und dem Literaturtransfer.
Ausgehend von den Formen der
Juristenausbildung werden auch die Empfängerstrukturen des juristischen
Wissenstransfers in Ungarn erörtert. Die Ausstrahlung der
Naturrechtslehre und der Göttinger Schule des ius publicum werden
umfassend untersucht. Die von Studenten hauptsächlich aus Göttingen und
Jena vermittelten liberalen Ideen beeinflußten die Umgestaltung des
ständischen Rechtssystems. Ideen des Utilitarismus, die Theorie der
Kodifikation und die rechtsdogmatischen Lösungen wirkten bei der
Emanzipation der ungarischen Rechtskultur modellartig. Aus
wissenschaftshistorischer Sicht wird auch auf die Rolle der Historischen
Schule in Ungarn eingegangen.
Im Zeitalter der europäischen
Integration sind die hier anhand des ungarischen Beispiels erforschten
gemeinsamen Grundlagen der europäischen Rechtskultur von besonderem
Interesse.
Katalin Gönczi arbeitet in einem
Projekt der Sächsischen Akademie der Wissenschaften zu Leipzig zum sächsisch-magdeburgischen
Recht in Osteuropa und war davor Dozentin in Ungarn, visiting scholar in
Berkeley und Wissenschaftlerin am Max-Planck-Institut für europäische
Rechtsgeschichte.
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