Eine Veröffentlichung des
Max-Planck-Instituts
für Europäische Rechtsgeschichte

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"Ein seltenes Vergnügen. [...]
Theorie und Praxis werden in diesen wachen Überlegungen nicht
gegeneinander ausgespielt, aber eben auch nicht in illusorischer Harmonie
zusammengeleimt. Gerade wer zentrale Voraussetzungen des Bandes nicht
teilt, kann etwas lernen, um sich vielleicht daranzumachen, Gegenmodelle
auf ähnlichem Niveau zu präsentieren."
Frankfurter Allgemeine
Zeitung
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Winfried
Hassemer:
Erscheinungsformen des modernen Rechts
2007.
XII, 264 Seiten
Kt einzeln € 39.-, im Abonnement € 35.10
ISBN 978-3-465-04042-2
Rechtsprechung Band 26
Unter
einem "modernen Recht" verstehen wir eine Rechtspraxis, zu deren
Blickwinkel nicht nur Texte gehören, sondern auch Ereignisse, ein
Rechtsbewußtsein, das sich der Wechselwirkung der Rechtsnormen mit
sozialen Normen und mit politischen Entwicklungen bewußt ist und sich
deshalb dieser Zusammenhänge systematisch vergewissert. Aus der
Geschichte der Modernisierung des Rechts kann man lernen, daß
Modernisierungsprozesse sich erst nach und nach formieren, daß sie erst
spät ans Licht kommen, daß sie widersprüchliche Züge haben können,
die sich nicht zueinander fügen. Sie bedürfen einer permanenten
sorgfältigen Beobachtung und der wachen Bereitschaft, Entwicklungen zu
markieren und notfalls aufzuhalten.
"Modernisierung"
tritt in der Theorie und in der Praxis des Rechts heute in vielen
Erscheinungsformen auf. Sie werden in diesem Band präsentiert. Sie
reichen von Rechtsgebieten über rechtliche Instrumente bis hin zu
Problemkonstellationen. Bis auf das Kapitel
"Informationsgesellschaft" (V) folgt das ganze Buch klassischen
Feldern und Prinzipien. "Informationsgesellschaft" ist der
Fokus, der die gesellschaftliche Entwicklung, soweit sie das Recht
herausfordert, auf einen neuen Begriff bringt. Die Kapitel
"Menschenwürde" (I), "Freiheit" (II),
"Verfassung" (III) und "Rechtsfindung" (IV) hingegen
eröffnen vertraute Zugänge. Der Gehalt und die Botschaft der Konzepte
von Menschenwürde, Freiheit, Verfassung und Rechtsfindung werden im Zuge
der Modernisierung des Rechts belebt durch neue Fragen, die sich an sie
richten, und bekommen die Chance, neue Antworten zu finden. Und der neue
Fokus der Informationsgesellschaft zeigt, daß er ohne überkommene
Prinzipien und Denkformen nicht zu begreifen ist.
Winfried
Hassemer ist Vizepräsident des Bundesverfassungsgerichts und Professor
für Rechtstheorie, Rechtssoziologie, Strafrecht und Strafverfahrensrecht
an der Universität Frankfurt am Main.
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