Eine Veröffentlichung des
Max-Planck-Instituts 
für europäische Rechtsgeschichte

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"Les analyses ont le grand mérite de l´avoir porté, avec une documentation riche, une argumentation claire et un style accessible, à l´attention des historiens."

Revue de l´Institut Français d´Histoire en Allemagne

 

Sylvia Kesper-Biermann:
Einheit und Recht

Strafgesetzgebung und Kriminalrechtsexperten in Deutschland vom Beginn des 19. Jahrhunderts bis zum Reichsstrafgesetzbuch 1871

2009. VIII, 502 Seiten
Kt einzeln € 99.-, im Abonnement € 89.10 
ISBN 978-3-465-04078-1
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte Band 245

Von einer Jury renommierter Rechtswissenschaftler unter die "juristischen Bücher des Jahres" 2010 gewählt!

Aus der Begründung in NJW 46/2010: "Kesper-Biermanns detailreiche Nachzeichnung der konkreten Interaktionen, Informations- und Einflusswege auf dem Weg zum RStGB eröffnet nicht nur vielfältige neue Einsichten in die Vorgeschichte des heutigen Strafrechts, sondern bietet auch ein anschauliches Lehrstück über Funktionsweise, Voraussetzungen und Grenzen wissenschaftlicher Politikberatung. Ihr Buch belegt in musterhafter Weise, wie die Rechtswissenschaft von dem distanzierten Blick einer Nachbardisziplin zu profitieren vermag."

Das Reichsstrafgesetzbuch von 1871 bildet - trotz einiger Modifikationen in seiner nunmehr über 130-jährigen Geschichte – immer noch die Grundlage des gegenwärtigen Strafrechts. Umso erstaunlicher ist es, dass die Entstehungsgeschichte dieser Kodifikation noch nicht systematisch aufgearbeitet worden ist. Gleiches gilt für die von fast allen deutschen Einzelstaaten in den ersten zwei Dritteln des 19. Jahrhunderts verabschiedeten Strafgesetzbücher. 

Die Studie will diese doppelte Forschungslücke schließen und nimmt dabei insbesondere das Verhältnis von Ideen, Experten und Gesetzgebung in den Blick. Im einzelnen geht es um die Rekonstruktion des Diskurses über die Strafrechtskodifikation, um die Akteure, die an der Formulierung und Anwendung von Konzepten über die Strafgesetzgebung beteiligt waren, um den Verlauf des Gesetzgebungsprozesses sowie um die Wechselwirkungen zwischen Ideen und Kodifikationen. Das Augenmerk richtet sich dabei zum einen auf die Rolle von Strafrechtsexperten, ihren Einfluss auf Politik und Gesetzgebung und ihre deutschlandweiten Kommunikationsbeziehungen im 19. Jahrhundert. Zum anderen wird die Bedeutung von (Straf-)Recht und insbesondere (Straf-)Rechtseinheit für Nationsvorstellungen und Nationalbewegung in Deutschland hervorgehoben.

Sylvia Kesper-Biermann ist Privatdozentin für Neuere und Neueste Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen und wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Universitäten Bayreuth und Paderborn.