Verantwortlich: Achim Oßwald
Aus Heft 3 (2000) der Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie. Siehe auch die anderen Rezensionen der Rubrik.
Überblick
Analog zum Faden der Ariadne aus der griechischen Mythologie sollte die Berichterstattung von Ariadne über die Entwicklungen rund um das britische "Electronic Libraries Programme" (www.ukoln.ac.uk/services/elib)1 den Lesern der Zeitschrift im Labyrinth der Trends und Projekte Orientierung geben. Von Januar 1996 bis Dezember 1998 bot Ariadne diese Hilfe in 18 parallel elektronisch und gedruckt2 erschienenen Ausgaben an. Seit 1999 erscheint Ariadne nur mehr digital in vier Ausgaben pro Jahr.
Ziel von Ariadne ist
Im Internet verfügbare Informationsmittel und -dienste, die Bibliothekaren und anderen Informationsspezialisten möglicherweise nützlich sein könnten, darzustellen und zu evaluieren.
Der breit verstandenen Bibliotheksszene über den Fortschritt und die Entwicklungen des britischen eLib-Programmes zu berichten, um die vielbeschäftigten Praktiker über aktuelle Entwicklungen im Bereich der Digitalen Bibliotheksinitiativen auf dem Laufenden zu halten.
In den mehr als 4 Jahren ihres Erscheinens hat sich Ariadne zu einer wichtigen Informations- und Diskussionsquelle für all jene entwickelt, die bezüglich WWW-Instrumenten und Angeboten, aber auch hinsichtlich der konzeptionellen Entwicklungslinien im Bereich digitale Bibliotheken informiert sein wollen. Die in Ausgabe 22 im Dezember 1999 veröffentlichte Nutzungsstatistik (vgl. www.ariadne.ac.uk/issue22/editorial/) hat verdeutlicht, dass sinnigerweise fast die Hälfte der 1100 Nutzungszugriffe (im Sinne von Sessions) aus den USA stammen, Ariadne also auch für die dortige Bibliotheks- und Informationsszene von hoher Relevanz ist. Über die Zugriffszahlen aus Deutschland wurden leider keine Aussagen gemacht.
Alle Beiträge der 23 Ausgaben von Ariadne sind weiterhin im WWW durchsuch- und abrufbar.
Die Erstellung von Ariadne obliegt UKOLN und wird finanziert von der Library and Information Commission (www.lic.gov.uk/), dem Joint Information Systems Committee (JISC; http://www.jisc.ac.uk/) sowie der EU. Aufgelegt sind die WWW-Seiten an der Universität von Bath.
Gliederung der Ausgaben
Die Ausgaben werden jeweils eingeleitet von einem informativen Editorial, es folgen die Hauptartikel, die "Regular Columns", die insbesondere über einzelne Bibliotheks- oder Funktionsbereiche berichten und die Rubrik "Get Tooled Up", in der aktuelle, insbesondere auch technische Aspekte der WWW-Nutzung thematisiert werden. Berichte von wichtigen Tagungen in und außerhalb von Großbritannien in der Rubrik "At the Event" informieren über Hochaktuelles. Weitere Orientierung gibt schließlich die "Odds and Ends"-Rubrik, in der Buchbesprechungen, ein Archiv früherer Besprechungen von Websites sowie nicht zuletzt der mit englischem Humor gezeichnete Kartoon zu finden sind.
Eindrücke und Nutzeffekte
Die Beiträge in Ariadne sind eine wahre Fundgrube für aktuelle Eindrücke von Entwicklungen im Bereich digitaler Bibliotheken in Großbritannien und anderswo. Häufig sind sie stark praktisch orientiert was nicht nur für die Rubrik "Get Tooled Up" gilt. Interessant ist dabei, wie Ariadne sich entwickelt hat: Aus einem ursprünglich als schnelles Informationsmedium über das eLib-Programm gedachten Konzept, das als verbindendes Element unter den mehr als 60 Projekten dienen sollte, hat sich im Laufe der Jahre die einschlägige Zeitschrift für die Veränderungsprozesse nicht nur im britischen Bibliothekswesen hin zu digitalen Bibliotheksangeboten entwickelt. Die inhaltliche Breite der hier angesprochenen Entwicklungen im Bereich von Technik und Dienstleistungen, die schnelle Reaktion auf Tagungen sowie die Vorausschau auf anstehende Konferenzen und Fortbildungsveranstaltungen machen Ariadne für all jene interessant, die im Thema "Digitale Bibliotheken" inhaltlich und methodisch auf dem aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung bleiben wollen. Schwerpunktthemen wie z.B. in Nr.23 zu "Virtual Catalogues and On-line Resources" sind ein Indiz dafür. Das schließt andererseits das Interesse an aktuellen praktischen Fragen wie z.B. zuletzt Analysen der elektronischen Version des berühmten "Oxford English Dictionary" (www.ariadne.ac.uk/issue23/oed-online/ und www.ariadne.ac.uk/issue23/oed-review/) durchaus mit ein.
Gesamteinschätzung
Der vierteljährliche Blick auf Ariadne über den Tellerrand der deutschsprachigen Zeitschriften des Bibliotheks- und Informationsbereichs hinaus bietet für Interessierte eine gute Mischung aus Konzeptionellem, direkt und praktisch Hilfreichem und einem Schuss britischen Humor, die man sich nicht entgehen lassen sollte. Für Unentschlossene bietet sich zum Einstieg die Rubrik "Cartoon" an (z. B. www.ariadne.ac.uk/issue23/cartoon/), die mir zur Auflockerung schon so mancher Veranstaltung hilfreiche Dienste erwiesen hat.
1 "The Electronic Libraries Programme (eLib). Funded by the HEüE, and managed by JISC, this is a programme of some sixty-odd projects, spread over several years from mid-1995. The programme aims to build practical deliverables of services and resources that will effect a Cultural Change with the UK Higher Education field" so die Erläuterung auf der Seite www.ariadne.ac.uk/other-resources
2 Nicht alle aktualisierten Beiträge sind auch gedruckt erschienen.