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Über die Zeitschrift |
Philosophia naturalisArchiv für Naturphilosophie und die philosophischen Grenzgebiete der exakten Wissenschaften und Wissenschaftsgeschichte Herausgegeben von Bernulf Kanitscheider, Bernd-Olaf Küppers, C. Ulises Moulines und Erhard Scheibe
Band 39 (2002). 376 Seiten. € 94.-
Aus dem Inhalt von Heft 2 Günter Ropohl: Die Philosophie der Technik - Ein Exempel für die Synthetische Philosophie Ladislav Kvasz: Galilean physics in light of Husserlian phenomenology The aim of the paper is to confront Husserl’s interpretation of Galilean physics from his Krisis with the content and historical context of Galileo’s scientific works. From such a confrontation it turns out on one hand, that Husserl’s basic ideas, which he presented in rather general and loose terms, can be filled with historical content and in that way developed into a systematic and detailed account of the first phases of the scientific revolution. On the other hand, the confrontation of Husserl’s interpretations with actual history of science reveals also some of their problematic moments. The most important of them is, that Husserl, despite his opposition to the positivist account of science, unwittingly overtook from the positivists the general framework, in which they discussed science. This is visible first of all in Husserl’s omission of Cartesian physics in his analyses and in his rather questionable connecting Descartes’ metaphysics directly with Galilean science. Lucas Amiras: Zur operativen Grundlegung der Geometrie bei H. Dingler Johannes Lenhard, Michael Otte: Von Leibniz und Kant zum Axiomatischen Denken Kants These vom synthetischen Charakter der Mathematik gründet wesentlich auf der "Anschaulichkeit", d.h. auf dem apodiktischen Charakter mathematischer Urteile. Diese – gegen Leibniz gerichtete – These wird in Kapitel I expliziert. Erreicht wird damit vor allem eine Sichtweise des Themas, welche die Stärken und Begrenzungen von Kants Philosophie der Mathematik deutlich zeigt. Gegen Kant wird meist unter dem Gesichtspunkt der Logik argumentiert. Dadurch wird aber, wie Kapitel II darlegt, der bei Kant implizierte Bezug zur Anwendung ignoriert. Darüberhinaus verliert die These, Haupmerkmal von Kants Mathematikauffassung sei sein defizitäres Logikkonzept, einiges an Überzeugungskraft. In Kapitel III zeigen wir in diesem Sinne, dass die Relationenlogik kein Fremdkörper in Kants Philosophie ist. Die Auffassung, dass die Mathematik analytisch sei, läßt sich nicht logisch begründen und kann nicht mit einem Verweis auf die defizitäre Logik bei Kant argumentieren. Aber das von Kant angelegte Koordinatensystem, das die Begriffe Tätigkeit und Anwendung zu epistemologischen Schlüsselbegriffen macht, offenbart auch eine entscheidende Schwäche seiner Philosophie: der fixierte, apriorisch bestimmte Anschauungsbegriff läßt eine echte Evolution nicht zu. In Kapitel IV schließlich wollen wir nachweisen, dass mit der erwähnten Anwendungsperspektive ein neuer Blick auf die moderne Mathematik und die axiomatische Methode eröffnet wird. Letztere scheint als "analytischster" Standpunkt vermeintlich jeder These vom synthetischen Charakter der Mathematik inkompatibel gegenüberzustehen. Wir bemühen uns aber zu zeigen, dass beide Begriffe – Analyse und Synthese – als komplementäre Momente im Entwicklungsprozeß der Mathematik zu begreifen sind.
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