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Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie

vereinigt mit Zentralblatt für Bibliothekswesen

Herausgegeben von Klaus-Dieter Lehmann

 

Band 44 (1997). XII, 676 Seiten, € 52.- Best.Nr. 2031-6
Ermäßigter Preis für die Mitglieder von VDB und VdDB €34.-
Die zurückliegenden Jahrgänge sind weitgehend lieferbar.

 

 

Aus dem Inhalt von Heft 4

 

Aufsätze

Klaus-Dieter Lehmann: Editorial

Die Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie, vereinigt mit dem Zentralblatt für Bibliothekswesen, hat es dank der engagierten Fachleute im Herausgebergremium und der meinungsbildenden Autoren verstanden, ein weit gefächertes Fachprofil über die Jahre professionell in Artikeln und Berichten abzusichern, neue Themen frühzeitig aufzugreifen und zur Diskussion zu stellen sowie den Erfahrungsaustausch zu fördern.
Gerade die Umbruchsituation der letzten Jahre im politischen, ökonomischen und informationstechnischen Bereich hat die Themen stark bestimmt. Dabei wurden über das Tagesgeschehen hinaus strategische Leitlinien gezogen.
Eine gute und unabhängige bibliotheksfachliche Berichterstattung bleibt auch in Zukunft vornehmstes Ziel. Das Profil der Zeitschrift findet Akzeptanz. Dagegen wird an dem grauen äußeren Erscheinungsbild und der zurückhaltenden Typographie durchaus Kritik geübt.
Verleger und Herausgeber haben darüber beraten und einen Entschluß zur Veränderung des äußeren Erscheinungsbildes gefaßt. Es liegt mit diesem Heft vor. Die neuen Kleider sind nicht modisch, aber modern gestaltet. Es ist kein Bruch, sondern eine behutsame Weiterentwicklung. Graphisch übersichtlich, mit hellen Farben - so wird die Aufmerksamkeit und Lesbarkeit gesteigert. Auch das Innere wurde geändert. Eine größere Schrifttype und ein großzügigerer Satzspiegel verbessern die Aufnahmefähigkeit der Leser. Die Artikel erhalten eine vorangestellte Zusammenfassung. Buchbesprechungen und Nachschlagewerke werden zweispaltig gesetzt. Nach Vorliegen entsprechender Erfahrungen sind weitere Entwicklungen vorgesehen.

Peter Strohschneider: Über das Gedächtnis der Bibliotheken

Die zuerst als Ansprache bei einem Festakt der "Sächsischen Landesbibliothek - Staats- und Universitätsbibliothek Dresden" formulierten Bemerkungen beziehen Überlegungen zu den kulturellen Folgen von Schrift und zu den Wachstumsschüben schriftlich gespeicherten Wissens auf die Institution der Bibliothek. Sie skizzieren deren kulturelle Gedächtnisfunktionen und leiten daraus auch Prinzipien des Verhältnisses von Bibliothek bzw. Universität ab.

Joachim Jaenecke/Antonius Jammers/Hartmut List: Bestandserhaltungsprobleme in der Musikabteilung der Staatsbibliothek zu Berlin-Preußischer Kulturbesitz

Zu Beginn des Jahres 1996 hat die Staatsbibliothek zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz mit umfassenden Schadensuntersuchungen an den Beständen der Sonderabteilungen begonnen. Zuerst wurden die Bestände der Musikabteilung mit ihren unterschiedlichen Bestandstypen auf Art und Umfang der Schäden hin untersucht, z.T. mittels eines Erhebungsbogens und statistischer Methoden in Verbindung mit einem EDV-Programm. Aufgrund der so gewonnenen Erkenntnisse werden die voraussichtlichen Kosten für alle notwendigen Bestandserhaltungsmaßnahmen verschiedener Art mit insgesamt ca. 12 Mio DM veranschlagt. Diese Summe entspricht etwa 1% des geschätzten (theoretischen) Gesamtwerts der Bestände der Musikabteilung.

Christine Ferret: Die Zensur in den Bibliotheken der DDR 

Siehe hierzu auch Rafael Balls Rezension "Zensur in DDR-Bibliotheken: Kampf dem lesenden Pazifismus" in der FAZ vom 22. Oktober 1997!

Die Zensurmaßnahmen, die in den wissenschaftlichen Bibliotheken der SBZ und später der DDR ausgeübt wurden, lassen sich teilweise anhand der Geschichte der von den Obrigkeiten erlassenen Vorschriften rekonstruieren: verschiedene Listen von zu entfernenden Büchern wurden z.B. in den 40er und 50er Jahren erstellt und in Umlauf gebracht. Im Laufe der Jahre griff jedoch die Sachverwaltschaft immer seltener ein, und die zu benutzenden Kriterien blieben relativ unbestimmt. Dies galt u.a. für die konkrete Organisation bzw. Verwaltung der Zensurmaßnahmen. Die Bibliothekare verfügten im allgemeinen über wichtige Handlungsspielräume. Die Subjektivität ihrer Auswahlverfahren - was die Bücher, aber auch die Leser betraf - geht sowohl aus den durchgeführten Interviews als auch aus einigen Stichproben, die in Katalogen gemacht worden sind, hervor. Das Delegieren von Machtbefugnissen bedingte hier die Unterschiedlichkeit der Praktiken. Die vom Berufsstand benutzten Strategien, um die Zensurausübung auf der nationalen bzw. lokalen Ebene rationaler zu gestalten und zu koordinieren oder um den politischen und sozialen Strukturen inhärenten Vorschriften zu umgehen, werden ebenfalls dargestellt.

Alice Duhon Mancini: Vergleich kommerzieller Dokumentlieferdienste

Diese Studie untersucht Kosten, Zugangsmechanismen, Dienstleistungen und Zuverlässigkeit von vier kommerziellen Dokumentanbietern: Faxon Finder, UMI, UnCover und The Genuine Article. Die Verfasserin wertet die Fähigkeit dieser Lieferanten aus, wissenschaftlichen Bibliotheken einen effizienten Zugriff auf die aktuellen Zeitschriften zu verschaffen. Die Ergebnisse zeigen, daß kommerzielle Dokumentlieferdienste günstige Lieferfristen zu angemessenen Preisen anbieten. Die in dieser Studie untersuchten Dokumentlieferdienste waren in der Lage, im Durchschnitt 76,55 % der gesamten Literaturbestellungen zu erfüllen. Es wurde offensichtlich, daß kommerzielle Dokumentlieferdienste den traditionellen Leihverkehr zwar nicht ersetzen können, aber daß sie eine wichtige Rolle in der Dokumentversorgung spielen.

 

Ausgewählte Bibliographien und andere Nachschlagewerke

Digitale Medien

Modern Language Association (MLA) auf CD-ROM (Jost Hindersmann)