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Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie

vereinigt mit Zentralblatt für Bibliothekswesen

Herausgegeben von Klaus-Dieter Lehmann

Jahrgang 46 (1999). XVI, 564  Seiten, € 62.- Best.Nr. 2032-4
Ermäßigter Preis für die Mitglieder von VDB und VdDB € 37.-
Die zurückliegenden Jahrgänge sind weitgehend lieferbar.

 

 

Aus dem Inhalt von Heft 3

 

Aufsätze

Michael Naumann: Die politische Aufgabe für den Wissenstransfer in Europa: Rede anläßlich der Europäischen Konferenz "Jenseits der alten Grenzen - Europas Bibliotheken auf neuen Wegen" am 24. März 1999

Helmut Hilz: JSTOR - ein Projekt zur Zeitschriftendigitalisierung in den USA

Die Aufmerksamkeit der bibliothekarischen Fachöffentlichkeit konzentrierte sich in Deutschland hinsichtlich des Angebots wissenschaftlicher Zeitschriften in elektronischer Form in den vergangenen Jahren fast ausschließlich auf das Angebot der aktuellen Jahrgänge. In den Natur- und Ingenieurwissenschaften, deren Bedarf ihren Schwerpunkt bei der allerneuesten Literatur hat, mag dies den Interessen der Wissenschaftler entsprechen. Dagegen vermissen Historiker und Philologen aber auch Mathematiker und Volkswirte bei den elektronischen Angeboten häufig gerade die älteren Jahrgänge. Der große Erfolg elektronischer Versionen bei den Naturwissenschaftlern und das häufig zurückhaltende Interesse bei Geistes- und Sozialwissenschaftlern läßt sich vermutlich zu einem erheblichen Teil durch die fehlende zeitliche Tiefe der bestehenden Angebote erklären.

Im Rahmen des DFG-Projekts „Retrospektive Digitalisierung von Bibliotheksbeständen" werden seit 1997 auch in Deutschland erste Versuche zur elektronischen Erfassung älterer Zeitschriftenliteratur unternommen. Im Rahmen dieses Projekts digitalisiert die Sächsische Landesbibliothek SUB Dresden DDR-Künstlerzeitschriften (Jg. 1980-1990), die Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung in Berlin pädagogische Zeitschriften (Jg. 1760-1870), die Die Deutsche Bibliothek Frankfurt am Main Exil-Zeitschriften (Jg. 1933-1945) und die Staats- und Universitätsbibliothek Göttingen das „Jahrbuch der Fortschritte der Mathematik" (Jg. 1868-1943). Vor diesem Hintergrund erscheint ein Blick auf die Erfahrungen, die in den USA im Zuge des derzeit größten Zeitschriftendigitalisierungsprojekts gesammelt wurden, sinnvoll zu sein. Mit dem Zeitschriftendigitalisierungsunternehmen JSTOR, das Kürzel steht für „Journal STORage", kommt in den USA ein wirtschaftlich selbständiges Non-Profit-Unternehmen den besonderen Bedürfnissen der Geistes- und Sozialwissenschaftler entgegen. In Zusammenarbeit von Bibliothekaren, Fachwissenschaftlern und Programmierern werden Zeitschriften aus den Fächern Geschichte und Volkswirtschaftslehre sowie Mathematik, Philosophie, Politische Wissenschaften und Soziologie digitalisiert und über das WWW den Nutzern zur Verfügung gestellt. Mit Hilfe von JSTOR können im Frühjahr 1999 bereits mehr als 400 Bibliotheken in den USA und der übrigen Welt ihren Benutzern rund um die Uhr einen unkomplizierten Zugang zu rund 70 Zeitschriften mit nicht weniger als 2,6 Millionen Textseiten bieten. Im Verlauf des letzten Jahres gab es rund eine Million Zugriffe auf die 162.000 angebotenen Artikel. Durchschnittlich wurde jeder Artikel damit sechsmal benutzt. Die Relevanz des Gefundenen zeigt sich darin, daß 415.000 Artikel ausgedruckt wurden. Jeder Artikel damit mehr als zweimal pro Jahr. Zweifelsohne können bei der herkömmlichen Benutzung älterer Zeitschriftenliteratur keine auch nur annähernd vergleichbaren Werte erzielt werden.

Brigitte Wiechmann: Individualisierungstest in Der Deutschen Bibliothek

Die Deutsche Bibliothek benutzt seit der Einspielung ihrer Personennamen die nationale Normdatei für Personennamen (PND) integriert für die Katalogisierung. Der seit Beginn der redaktionellen Arbeiten an der PND laufenden Diskussion über die Erfassung von Normdatensätzen für einzelne Personen und deren Verwendung in der Formalerschließung wollte Die Deutsche Bibliothek eine statistisch belegte Grundlage verschaffen und hat deshalb einen Test zur Ermittlung ihres Aufwands für die erweiterte Individualisierung durchgeführt. Der Test ermöglicht Aussagen über den Zeitaufwand und das Verhältnis von nichtindividualisierten zu individualisierten Datensätzen an Der Deutschen Bibliothek und belegt, daß der hauptsächliche Aufwand bei der retrospektiven Zuordnung von Titeln anfällt. Die Deutsche Bibliothek spricht sich auf der Grundlage des Tests für die Fortführung der Individualisierung aus.

 

Buchbesprechungen

Sandermann, Wilhelm: Papier: eine Kulturgeschichte (Frieder Schmidt)

Österreichische Nationalbibliothek <Wien>: Katalog der abendländischen Handschriften der Österreichischen Nationalbibliothek (Hans-Joachim Koppitz)

 

Ausgewählte Bibliographien und Nachschlagewerke

Digitale Medien

Zeitschrifteninhaltsdienst Theologie (Barbara Wolf-Dahm)

Printmedien

International bibliography of bibliographies in library and information science and related fields / Henryk Sawoniak (tr)

Bibliographie der sächsischen Geschichte (tr)

Bibliografia historii Slaska = Bibliographie zur Geschichte Schlesiens (tr)

Index der deutsch- und lateinsprachigen Schweizer Zeitschriften von den Anfängen bis 1750 / Hanspeter Marti ; Emil Erne (tr)

La presse alsacienne du XXe siècle : répertoire des journaux parus depuis 1918 / Claude Lorentz (tr)

Lexikon der deutschen Geschichte (Dieter Dietrich)

 

Berichte und Mitteilungen

The International Conference on National Bibliographic Services Kopenhagen 25. - 27. November 1988>: Recommendations (Kurt Nowak)

Bibliotheken, Archive und Museen gemeinsam auf dem Weg in die benutzerfreundliche Informationsgesellschaft: Bericht vom Multiplikatorentreffen der Bibliotheken, Archive und Museen Europas am 18. März 1999 in Berlin (Christoph Albers)