Über die Zeitschrift
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Zeitschrift für philosophische ForschungHerausgegeben von Otfried Höffe (Tübingen) € 116.- für institutionelle, € 89.- für private Bezieher. Studentenabonnement € 58.- Die zurückliegenden Bände sind weitgehend lieferbar.
Aus dem Inhalt von Heft 3
Abhandlungen Dirk Greimann, Santa-Maria-RS: Regeln für das korrekte Explizieren von Begriffen Obwohl das Explizieren von Begriffen wesentlicher Bestandteil der philosophischen Theoriebildung ist, finden sich nur wenige Arbeiten, die der Frage nachgehen, nach welchen methodischen Regeln diese Kunst auszuüben ist. Die vorliegende Arbeit will zur Schließung dieser Lücke beitragen. Es wird eine allgemeine Theorie der Begriffsexplikation skizziert, die an Vorarbeiten anknüpft, die von Geo Siegwart in neueren Schriften geleistet wurden. Die hauptsächlichen Ziele der Theorie sind: (i) die adäquate Explikation von „Explikation“; (ii) die Bestimmung der Faktoren, von denen die Adäquatheit einer Explikation abhängt, wie z.B. die materiale Adäquatheit der Explikation und die Adäquatheit der Normen wissenschaftlicher Respektabilität, denen das Explikandum angepasst werden soll; und (iii) der Aufbau eines entsprechenden Systems von Regeln, deren Befolgung die Adäquatheit von Explikationen sicherstellen soll. Diese Regeln normieren das Explizieren in ähnlicher Weise wie die logischen Regeln das Schlussfolgern.
Dietmar von der Pfordten, Göttingen: Fünf Elemente normativer Ethik – Eine allgemeine Theorie des normativen Individualismus Der Beitrag entfaltet eine normative Ethik mit folgenden fünf Elementen: (1) den normativen Individualismus als Ausgangspunkt, (2) die Berücksichtigung der Ziele, Wünsche, Bedürfnisse und Strebungen aller betroffenen Individuen als rechtfertigende Eigenschaften, (3) einen Pluralismus des Bezugs dieser Belange auf alle möglichen Elemente unseres Handelns, (4) die Notwendigkeit eines Zusammenfassungsprinzips dieser Belange, (5) schließlich als Zusammenfassungsprinzip das sog. Prinzip der relativen Individual- und Anderer- bzw. Gemeinschaftsbezogenheit.
Wilhelm G. Jacobs, Eichenau: Kants praktische Philosophie bei Schellings Übergang von der negativen zur positiven Philosophie Schelling bezieht sich in seiner reinrationalen, d. i. negativen Philosophie auf Kants praktische Philosophie die er kritisiert, um sie an ihr Ziel zu führen. Die negative Philosophie hat die Aufgabe Kants zu lösen, die Prinzipien des Bewusstsein darzustellen; diese begründen Denkmöglichkeiten. Die Prinzipien sind in der negativen Philosophie erschöpft, damit aber auch die Beweismöglichkeiten. Die positive Philosophie führt zur Wirklichkeit, und zwar durch Erweise von Freiheit, wie sie sich im menschlichen Handeln erweist, damit durch Geschichtszeichen. Zu erweisen ist die Überwindung der Unfreiheit, bzw. des Bösen. Im Bösen setzt sich nach Kant das Individuum als Prinzip über das Gesetz. Aber auch wenn das Individuum dem Gesetz folgt, ist es immer noch Prinzip des Handelns und insofern vom Bösen nicht unterschieden. Erst wenn das Individuum sich nicht als Prinzip setzt, sondern den guten Willen in sich handeln lässt, lebt es in Güte und Freiheit. Ina Goy, Tübingen: Immanuel Kant über das moralische Gefühl der Achtung Die Abhandlung „Immanuel Kant über das moralische Gefühl der Achtung“ legt nach einer Einführung in den historischen und werkgeschichtlichen Hintergrund wesentliche systematische Züge des moralischen Gefühls der Achtung dar. Es wird gezeigt, dass das apriorische Gefühl der Achtung einerseits von allen anderen empirischen Gefühlen unterschieden, dennoch aber ein Gefühl ist und in seiner spezifischen Sonderstellung drei bedeutende moralphilosophische Funktionen übernehmen kann: eine evaluative, eine kausale und eine bildende Funktion. Kants These, dass es im strengen Sinn nur ein rein moralisches Gefühl gibt, wird gegen ein graduierendes Modell der moralischen Relevanz von Gefühlen diskutiert und gegen alternative klassische Deutungen des moralischen Gefühls wie die Liebe, die Sympathie und das Mitleid abgewogen
Diskussionen und Berichte Andree Hahmann, Marburg: Mit Aristoteles gegen die Stoiker? Zufall und akzidentelle Verursachung in der Schrift „De fato“ des Alexander von Aphrodisias Bereits in der Antike galt Alexander von Aphrodisias als der größte Aristoteleskommentator. In seiner Schrift „De fato“ widmet er sich dem Determinismusproblem, einem Problem, das Aristoteles zwar in allen seinen Implikationen behandelt, aber kein eigenständiges Buch dazu verfasst und keine eindeutige Stellungnahme dazu gemacht hat. Im Sinne der aristotelischen Philosophie argumentiert Alexander gegen einen nicht genannten philosophischen Gegner, der von den meisten Interpreten jedoch als stoisch angesehen wird. In diesem Aufsatz soll die Diskussion zum Wesen des Zufalls wiedergegeben werden. Bemerkenswert ist, dass in dem Buch zwei unterschiedliche Meinungen zum Wesen des Zufalls zu finden sind, welche von völlig verschiedenen Prämissen, die in den jeweiligen Systemen verankert sind, ausgehen. Es wird gezeigt, dass Zufall sowohl bei Aristoteles als auch bei den Stoikern wesentlich an Finalursachen gebunden ist, und zwar einmal als akzidentelle Verursachung und dann als eine Ursache, die dem menschlichen Verstand grundsätzlich verborgen bleibt. Abschließend soll die Frage aufgeworfen werden, ob das Wesen des Zufalls ohne Rekurs auf teleologische Kausalitätsformen überhaupt adäquat begriffen werden kann.
Buchbesprechungen
Friedrich Stadler/Kurt R. Fischer (Hrsg): Paul Feyerabend. Ein Philosoph aus Wien (Thomas Mormann, Donostia-San Sebastian) Erik J. Olsson: Against Coherence. Truth, Probability, and Justification (Nicola Mößner, Münster) Emma Borg: Minimal Semantics (Gerhard Preyer, Frankfurt/M.) Tobias Schlicht: Erkenntnistheoretischer Dualismus. Das Problem der Erklärungslücke in Geist-Gehirn-Theorien (Georg Northoff, Magdeburg) Axel Honneth: Verdinglichung. Eine anerkennungstheoretische Studie (Burkhard Liebsch, Bochum)
Buchnotizen |