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Über die Zeitschrift

Richtlinien für die Autoren

Zeitschrift für philosophische Forschung

Herausgegeben von Otfried Höffe (Tübingen)
zusammen mit Christof Rapp (Berlin)

Berichte und Buchbesprechungen: Nico Scarano (Tübingen)

Band 62 (2008): In vier Einzelheften, VI, 624 Seiten. 
€ 126.- für institutionelle, €  89.- für private Bezieher.  Studentenabonnement € 59.- 
Die zurückliegenden Bände sind weitgehend lieferbar.

 

Aus dem Inhalt von Heft 3

 

Abhandlungen

 

Michael Esfeld, Lausanne: Die Metaphysik dispositionaler Eigenschaften

 

Sind die Eigenschaften, die es in der Welt gibt, rein kategorial oder sind sie dispositional und damit als solche selbst kausal? Der Artikel führt zunächst ein rein philosophisches Argument für die kausal-funktionale Theorie von Eigenschaften an und geht dann auf die Relevanz der fundamentalen physikalischen Theorien für dieses Thema ein: Diese legen uns auf Strukturen statt intrinsischer Eigenschaften fest. Die Strukturen als rein kategorial anzusehen, führt jedoch zu keiner kohärenten Position. Auf dieser Grundlage argumentiert der Artikel für eine Metaphysik dispositionaler Eigenschaften in Form kausal-funktionaler Strukturen, aus denen sich die kausal-funktionalen Eigenschaften der Einzelwissenschaften ergeben.

 

Axel Bühler, Düsseldorf: Die Richtigkeit von Interpretationen

 

Im vorliegenden Aufsatz unterscheide ich verschiedene Weisen, in denen Interpretationen richtig oder falsch sein können. Ich komme zu dem Resultat, dass Interpretationen  richtig oder falsch sind, sofern ihr deskriptiver Inhalt hinreichend bestimmt ist. Die Richtigkeit oder Falschheit der Interpretation hängt dabei davon ab, ob der deskriptive Inhalt wahr oder falsch ist.

 

Wolfgang  Barz, Berlin: Aussersein des reinen Gegenstandes – ein

Berührungspunkt zwischen Meinong und Quine

 

Zusammenfassung. Im ersten Teil meines Aufsatzes versuche ich zu zeigen, dass Meinongs Satz vom Aussersein des reinen Gegenstandes auf Quines These hinausläuft, dass Variablen, die im Einflussbereich eines intentionalen Verbs liegen, nicht durch Quantoren gebunden werden können, die sich außerhalb dieses Bereichs befinden. Im zweiten Teil diskutiere ich eine Schwierigkeit für meine Interpretation: Meinong hält – im Gegensatz zu Quine – an der Idee fest, dass intentionale Zustände Relationen zwischen Personen und Gegenständen sind. Hätte Meinong diese Idee nicht fallenlassen müssen, wenn er mit Quine im Hinblick auf die Bindbarkeit von Variablen im Einflussbereich intentionaler Verben einig gewesen wäre? Ich löse dieses Problem, indem ich verschiedene Möglichkeiten durchspiele, wie man Quines Diktum über das „Hineinquantifizieren“ akzeptieren und dennoch an der Idee der gegenständlichen Gerichtetheit von intentionalen Zuständen festhalten kann. Eine von Meinong selbst ins Auge gefasste Möglichkeit arbeitet mit der Unterscheidung zwischen dem „Hilfsgegenstand“ und dem „Zielgegenstand“ eines intentionalen Zustands.

 

Tatjana Tarkian, Hannover: Moralische Wahrheit als stabile gerechtfertigte Behauptbarkeit

 

 

Crispin Wright hat vorgeschlagen, Superassertibilität – stabile oder dauerhafte gerechtfertigte Behauptbarkeit – als Wahrheitsprädikat für den moralischen Diskurs aufzufassen. Dieser Vorschlag wird hier aufgenommen, spezifiziert, auf Probleme hin untersucht und verteidigt. Ausgangspunkt der Überlegungen ist dabei die Annahme, dass es attraktiv ist, in der Debatte um Grundlagenfragen der Ethik eine Position zu beziehen, die sich vom moralischen Realismus einerseits und andererseits vom Expressivismus, von einer Irrtumstheorie und vom moralischen Fiktionalismus unterscheidet. Für diese Richtungsentscheidung kann hier nicht befriedigend argumentiert werden; sie wird aber wenigstens in Teilen motiviert. Wrights Vorschlag ist nur auf dem Hintergrund seiner minimalistischen Konzeption der Wahrheit angemessen zu verstehen. Ich erläutere und kommentiere seine wahrheitstheoretischen Überlegungen so weit, wie dies nötig ist. Schließ­lich konturiere ich die Idee der moralischen Superassertibilität und weise zwei Einwände gegen die Identifikation von moralischer Wahrheit mit Superassertibilität zurück.

 

 

Diskussionen und Berichte

 

Sven Walter, Osnabrück: Ist der Epiphänomenalismus  absurd? Ein frischer Blick auf eine tot geglaubte Position

 

Der Epiphänomenalismus ist eine Position in der Philosophie des Geistes, wonach mentale Ereignisse zwar vollständige physikalische (neurophysiologische) Ursachen haben, selbst aber keine Ursachen oder Teilursachen anderer Ereignisse sind. Entgegen einer weit verbreiteten Meinung tritt die vorliegende Arbeit dafür ein, dass der Epiphänomenalismus keineswegs vollkommen absurd und unhaltbar ist. Es wird zunächst dafür argumentiert, dass er einige der gegen ihn üblicherweise erhobenen Einwände zwar sehr leicht entkräften kann, an anderen jedoch aus Gründen, die bislang kaum beachtet wurden, zu scheitern droht. Anschließend wird eine Strategie diskutiert, mittels derer sich der Epiphänomenalismus unter bestimmten Bedingungen gegen einen Großteil der Einwände immunisieren kann; zugleich werden jedoch aber auch einige interne Schwierigkeiten angesprochen, die in diesem Zusammenhang zu Tage treten und den Epiphänomenalismus vor bislang in ihrer Tragweite nicht hinreichend erfasste Probleme stellen. Die Arbeit schließt mit einigen Spekulationen zu einer alternativen Variante des Epiphänomenalismus, die einen Teil dieser Probleme vermeiden kann.

 

François Schroeter, Melbourne: Experimentelle Philosophie. Ein kritischer Überblick

 

 

Buchbesprechungen

 

Peter Kail: Projection and Realism in Hume’s Philosophy (Anik Waldow, Sydney)

 

Daniel Nolan: David Lewis (Tim Henning, Jena)

 

Herbert Hochberg & Kevin Mulligan (Hrsg.): Relations and Predicates (Guido Imaguire, Fortaleza)

 

Michael Esfeld: Naturphilosophie als Metaphysik der Natur (Matthias Neuber, Tübingen)

 

Christine Chwaszcza: Moral Responsibility and Global Justice. A Human Rights Approach (Henning Hahn, Bremen)

 

 

Buchnotizen