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Zeitsprünge

Forschungen zur Frühen Neuzeit

Band 4 (2000). In einem Doppel- und zwei Einzelheften. 396 Seiten. € 49.–

 

 

Aus dem Inhalt von Heft 1/2

Von den hier vorgelegten Beiträgen gehören drei noch in den apokalyptischen Zusammenhang, dem das vorige Heft gewidmet war. In einem großen Überblick verfolgt Frank Kermode (Cambridge) das, was er den "Hunger nach apokalyptischer Prophezeiung" nennt, die Berechenbarkeitsbedürfnisse entlang der judäo-christlichen Geschichte bis heute. Patricia Crone (Princeton) zeigt dagegen die ganz anders geartete, im Westen kaum bekannte Apokalyptik des Islams, die stets auf politische Verwirklichung gerichtet war. Mark R. Bell (Oxford) stellt einen wenig beachteten Millenaristen des englischen 17. Jahrhunderts vor, Robert Maton, der als Ergänzung zu der Abhandlung von Richard Popkin im vorigen Heft gelesen werden kann.

Die drei folgenden Aufsätze beschäftigen sich mit unterschiedlichen Themenbereichen des 17. Jahrhunderts: Naturwissenschaftsgeschichte (Raz Chen, Tel Aviv) und Reformationsgeschichte (Richard Cole, Decora). Der dritte dieser Aufsätze, über die Selbstbehauptung von Miltons Eva (Remy Roussetzki, New York) leitet über zu einer rechtsgeschichtlichen Studie über die Gleichstellung der Frau (Sibylla Flügge, Frankfurt).

Von besonderem Interesse für die staatstheoretische Begriffsgeschichte dürfte die Analyse der Vorstellung "landständischer Repräsentation" von Barbara Stollberg-Rilinger (Münster) sein, die das Heft beschließt.

Frank Kermode: Millenium und Apokalypse

Patricia Crone: Islam and Messianic Politics

Mark Bell: The Millenarianism of Robert Maton (1607-1653?)

Raz Chen: Kepler's Optics: The Mistaken Identity of a Baroque Spectator

Richard Cole: Spreading Reformation Ideas: The Work and Medical Writing of Dr. Burchard Mithob in Sixteenth-Century Calenberg

Rémy Roussetzki: When Eve Answers Back: the Impossible of Paradise Lost

Sibylla Flügge: Gleiche Rechte für Frauen und Männer: greifbar nah - unendlich fern. Traditionslinien vom Mittelalter bis zur Aufklärung

Barbara Stollberg-Rilinger: Was heißt landständische Repräsentation? Überlegungen zur argumentativen Verwendung eines politischen Begriffs