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Zeitsprünge
Forschungen zur Frühen Neuzeit
Band 10 (2006). In zwei Doppelheften.
IV, 524 Seiten. € 62.
Heft 1/2: 2006. II, 340 Seiten. Kt € 32.-
ISBN 3-465-03451-1
René Descartes:
Les Météores / Die Meteore
Faksimile der Erstausgabe 1637
Zweisprachig französisch-deutsch
Herausgegeben, übersetzt, eingeleitet
und kommentiert
von Claus Zittel
Wenig
bekannt ist, daß Descartes' berühmter Discours de la Méthode
als Einleitung zu drei Essays diente und mit diesen 1637 zunächst
gemeinsam publiziert wurde: La Dioptrique, la Géométrie,
und les Météores. Diese Essays sollten die im Discours
entworfene Methode exemplarisch
veranschaulichen. Während die Dioptrik
und die Geometrie
nachmals als beispielhafte Konkretionen eines vermeintlich von Descartes
verfochtenen mathematisch-reduktionistischen Methodenideals verstanden
wurden, überging man Die Meteore
bis heute fast immer mit Schweigen: Zu bunt und abenteuerlich erscheinen
die Analogien und Vergleiche, mit deren Hilfe Descartes hier zum ersten
Mal systematisch seine Physik ausformuliert, zu akribisch notiert er
seine Beobachtungen, als daß unter Berufung auf diese Schrift der
rationalistische Mythos von Descartes als 'Vater der modernen
Wissenschaft' hätte gestützt werden können. Descartes' Essay über
die Meteore ist jedoch ein zentraler und aufregender Text frühneuzeitlicher
Naturphilosophie, dessen Verständnis die allgemeinen Auffassungen über
die Formierungsprozesse der Moderne erheblich zu revidieren erlaubt.
Seit
Aristoteles verstand man unter Meteoren alle über der Erde in Luft sich
'in der Schwebe' (meteoros) befindenden Phänomene. Zu diesen Himmelsphänomenen
zählten die meteorologischen und astronomischen Erscheinungen,
Sternschnuppen, Kometen und Feuerkugeln, später auch Hydro-
(Wasser-)
und Litho-
(Staub-)
Meteore sowie optische und elektrische Meteore wie Halophänomene,
Regenbögen und Gewitter. Meteore galten als natürlich verursachte,
aber unregelmäßige und nicht berechenbare Phänomene, - ihre
einheitliche Erklärung war besonders schwierig. Die Meteorologie war
von der Antike bis weit in die Frühe Neuzeit hinein daher das
Experimentierfeld für neue wissenschaftliche Erklärungsansätze und -modelle,
so auch für Descartes.
Dieser
Band bietet 369 Jahre nach dem Erscheinen der ersten Ausgabe die erste
deutsche Übersetzung und parallel den französischen Originaltext mit sämtlichen
Abbildungen.
Claus
Zittel ist wissenschaftlicher Angestellter im
DFG-Sonderforschungsbereich "Wissenskultur und gesellschaftlicher
Wandel" an der Johann Wolfgang Goethe-Universität Frankfurt am
Main.
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