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Die Blaue

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Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis / Journal for Psychoanalytical Theory and Practice

 

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Die Zeitschrift für psychoanalytische Theorie und Praxis (ZpTP) erschien erstmals 1985. Im ersten Vorwort beschreiben die Herausgeberinnen – Rosmarie Berna-Glantz, Sibylle Drews und Han Groen-Prakken – die Ziele der Zeitschrift: Sie werde die psychoanalytische Forschung, psychoanalytische Theorie und psychoanalytische Klinik verbinden, mit den dort veröffentlichten Artikeln den Einfluss der Forschung auf die Entwicklung der Theorie zeigen und die theoretischen Erkenntnisse und Entwicklungen an klinischem Material prüfen. Den Herausgeberinnen und den Beiratsmitgliedern, die geholfen hatten, die Zeitschrift aus der Taufe zu heben, war es wichtig, Sprachrohr für genuin Psychoanalytisches zu sein. Der wichtigsten deutschsprachigen psychoanalytischen Zeitschrift Psyche warfen damals praktizierende Psychoanalytiker vor, sich überwiegend politischen, kulturellen und sozialkritischen Themen zuzuwenden und psychoanalytische zu vernachlässigen. Beiträge zur psychoanalytischen Klinik kämen dort kaum mehr vor. Die ZpTP wollte und sollte also ursprünglich eine in der Psyche festgestellte und bemängelte Lücke schließen. Das Interesse der Leser an der neuen Zeitschrift richtete sich – zumindest in den ersten Jahren – denn auch vor allem auf Beiträge aus der psychoanalytischen Praxis.

Die ZpTP entstand in enger Verbindung mit den Mitteleuropäischen Arbeitstagungen, zu denen sich seit 1956 Mitglieder und Kandidaten aus Deutschland (DPV), Holland (NVP), Österreich (WPV), und der Schweiz (SGPsa) alle zwei Jahre in einem der vier Länder trafen. Das erste Heft der anfänglich mit zwei Nummern pro Jahr erscheinenden Zeitschrift enthielt die Vorträge der Mitteleuropäischen Arbeitstagung von 1984 in Maastricht zum Thema „Psychoanalytische Diagnostik und Indikation“. Auch jetzt noch werden in der Zeitschrift alle zwei Jahre eine den Herausgeberinnen sinnvoll erscheinendende Auswahl der Vorträge publiziert. Die Haltung der damaligen Verantwortlichen für die mitteleuropäischen Tagungen, die sich der Weitergabe und Entwicklung der Psychoanalyse verpflichtet fühlten – in einem konservierend bewahrenden aber nicht konservativ einschränkenden und festhaltenden Sinn – haben die Herausgeberinnen bis heute beibehalten.

Seit 1989 erscheint ZpTP viermal jährlich und ist im Lauf der Jahre vielseitiger geworden, bringt Beiträge aus allen psychoanalytischen Schulen und sicher auch mehr als am Anfang aus dem Bereich der angewandten Psychoanalyse. An den anfänglichen, mehr oder weniger expliziten Auftrag, ein Ergänzungs- wenn nicht gar ein Kontrastprogramm zur Psyche zu sein, denkt niemand mehr. Psyche und ZpTP haben sich weiterentwickelt.

Im Bereich der angewandten Psychoanalyse sind die Herausgeberinnen in ihrer Auswahl von zu publizierenden Artikeln besonders kritisch. Sie sind interessiert an Arbeiten zur psychoanalytischen Literatur und Kunstinterpretation und legen Wert darauf, dass sie sich auf Text und Werk beziehen und nicht wilde Analysen von Künstlern, Autoren, oder deren Helden sind. Neben wenigen regelmäßigen Publikationsverpflichtungen, (sie veröffentlichen alle zwei Jahre die „Prepublished Papers“ für den internationelen Kongreß der IPV und die jährlich stattfindende Sigmund-Freud-Vorlesung Frankfurt am Main) haben sich die Herausgeberinnen nicht über Mangel an Manuskripten zu beklagen und sind der Lage, aus den eingesandten Arbeiten Themenhefte zusammenzustellen. Sie lesen und beurteilen alle eingegangenen Artikel selbst; darauf legen sie großen Wert.

Die ZpTP hat also kein Reviewer-System und verweigert sich damit dem Mainstreaming auch in den psychoanalytischen Publikationen. Auf den Redaktionskonferenzen wird auf der Grundlage von schriftlichen Beurteilungen jedes Manuskript eingehend diskutiert, was den Herausgeberinnen erlaubt, den Autorinnen und Autoren ausführliche Rückmeldungen zu geben, die oft detaillierte Überarbeitungsvorschläge enthalten. Bei ablehnenden Entscheidungen ist es ihnen ein Anliegen, diese nachvollziehbar zu begründen. Sie möchten auch jüngere Kollegen zum Schreiben und Veröffentlichen anregen und hoffen, dass sie mit ihren ausführlichen Kommentaren dazu beitragen.

In der Geschichte der ZpTP war der Jahreswechsel 2000 / 2001 ein Zeitpunkt der Veränderungen. Nachdem während der ersten sechzehn Jahre ihres Bestehen bereits mehrere Wechsel in der Redaktion stattgefunden hatten, zog sich zum Jahresende 2000 Sibylle Drews zurück. Ihr Amt als verantwortliche Herausgeberin übernahm Bettina Reiter, die als Vertreterin für Österreich der Redaktion bereits seit 1997 angehörte. Die Vertretung für Deutschland übernahm ab 2001 Erika Kittler. Betty Raguse gehörte als Vertreterin für die Schweiz der Redaktion bereits seit 1989 an.

Gleichzeitig fand auch ein Verlagswechsel vom holländischen Verlag van Gorcum zum deutsch/schweizerischen Stroemfeld Verlag statt. Nachdem Holland schon seit einigen Jahren im Redaktionsteam nicht mehr vertreten war – die Zahl der deutschsprechenden unter den holländischen Kollegen wurde immer kleiner und damit auch das Interesse, in einer deutschsprachigen Zeitschrift zu publizieren oder eine solche zu abonnieren – hatte sich die Zusammenarbeit mit van Gorcum zunehmend als schwierig erwiesen.

Seither sind zu den bereits erwähnten Schwerpunkten der Zeitschrift: (Vermitteln und Verbinden psychoanalytischer Theorie und Praxis: Publikation qualifizierter interdisziplinäre Arbeiten aus dem Bereich Psychoanalyse und Kunst, Unterstützung jüngerer Kollegen beim Verfassen ihrer ersten Artikel, Förderung des Austausches zwischen den deutsprachigen Ländern) hinzugekommen: der Austausch zwischen der deutschen und der französischen Psychoanalyse und eine neue Rubrik: Die Haut auf der Milch für aktuelle kritische und nachdenkliche Beiträge, die auch nicht unbedingt aus der Psychoanalyse selbst kommen müssen. Der Austausch mit der französischen Psychoanalyse schlägt sich in der Zeitschrift in der Veröffentlichung von übersetzten Arbeiten von Kollegen aus Frankreich, Belgien und der französischen Schweiz nieder, die Lesern aus Deutschland und Österreich schwer zugänglich sind. Die ZpTP ist mit Erika Kittler auch an einem Austauschprogramm mit der Revue Française de Psychoanalyse beteiligt.

Anfang 2017 wurde Ursula Burkert, Köln, als Herausgeberin zugewählt. Gleichzeitig übergab der Stroemfeld Verlag die Zeitschrift an den ebenfalls in Frankfurt am Main ansässigen Verlag Vittorio Klostermann. Stroemfeld und Klostermann haben Ende März 2017 gemeinsam Heft 2-2016 herausgebracht; Heft 3/4 ist soeben erschienen.

Ab Jahrgang 32 (2017) wird die ZpTP verlegerisch von Klostermann allein betreut. Wir rechnen mit Heft 1-2017 im Sommer 2017 und hoffen, die Verspätungen bald wieder aufgeholt zu haben.