Flasch, Kurt: Katholische Wegbereiter des Nationalsozialismus

Michael Schmaus, Joseph Lortz, Josef Pieper
2021. 192 Seiten. Kt 24,80 €
ISBN 978-3-465-02706-5

Auch als kloster_ebook_symbol_40pix.jpg erhältlich


Das Schicksalsjahr 1933 wurde und wird umfassend erforscht, aber man kann noch Neues entdecken. Zum Beispiel in der katholischen Stadt Münster die von Hitlers Vizekanzler Franz von Papen animierte Gruppe prominenter katholischer Autoren, die zögernde Zentrumswähler dem Nationalsozialismus zuführen sollten. Es waren so prominente Professoren der Theologie wie Michael Schmaus und Joseph Lortz. Auch der katholische Schriftsteller Josef Pieper schrieb kraftvoll mit. Kurt Flasch untersucht ihre Argumentation und beschreibt ihre historische Position. Sie "bewiesen" mit ihren Mitteln die providentielle Verwandtschaft von Kirche und Nationalsozialismus. Es geht nicht um Entlarvung oder späte Entnazifizierung. Die schriftstellernden Täter sind bekannt. Sie wurden angesehenste Lehrer in der frühen Bundesrepublik; das macht sie zu einem erforschenswerten Element der deutschen Kontinuität nach 1945. Kurt Flasch: "Mich beschäftigen ihre Ideen, nicht ihre Taktiken. Ideen haben eine weite Herkunft und können wiederverwendet werden. Man sollte sie sich anschauen."

"Waren sie nun wirklich "Katholische Wegbereiter des Nationalsozialismus", wie Flaschs Buchtitel sagt? Hier habe ich Einwände, sie betreffen das Wort, die Semantik des Vorgangs. [...] Das freilich sollte niemanden von der Lektüre dieses Buches abhalten. Es wäre ja wohl das erste Buch von Flasch, das ans Licht getreten wäre, ohne (nützliche) Kontroversen auszulösen. Daher wird die Dabatte weitergehen, denke ich – der Meister und seine Leser mittendrin!"
Hans Maier, in: Süddeutsche Zeitung, 14.11.2021


The fateful year 1933 has been and is still being extensively investigated, but one can still make discoveries. For example, in the Catholic city of Münster, the group of prominent Catholic authors animated by Hitler's Vice-Chancellor Franz von Papen to make hesitant centrist voters move over to National Socialism. They were such prominent professors of theology as Michael Schmaus and Joseph Lortz. The Catholic writer Josef Pieper also assiduously made his voice heard. Their common aim was to "prove" what they believed to be the providential kinship of the Church and National Socialism. Kurt Flasch examines their reasoning and describes their historical position. It is not a matter of debunking or late denazification. The perpetrators who wrote are well known. They became most respected teachers in the early German Federal Republic; this makes them an element of post-1945 German continuity worth exploring.


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