Heidegger, Martin: Leitgedanken zur Entstehung der Metaphysik, …


Heidegger, Martin: Leitgedanken zur Entstehung der Metaphysik, …

(Ausgabe: Leinen)

… der neuzeitlichen Wissenschaft und der modernen Technik
Herausgegeben von Claudius Strube
2009. VIII, 408 Seiten
ISBN 978-3-465-03633-3 Ln 58.00 €
ISBN 978-3-465-03632-6 kt 49.00 €
Martin Heidegger Gesamtausgabe 76


Im Band 76 kommen erstmals 24 Manuskripte zur Veröffentlichung, die zwischen 1935 und 1955 entstanden sind. Alle Texte erweisen sich als bedeutsame Ergänzungen zu den veröffentlichten Hauptschriften. Oft lässt sich beobachten, dass Heidegger in seinen thematischen Entwürfen und Vorstudien entschiedenere Ansätze erprobt hat. Deutlicher als in dem schon veröffentlichten Aufsatz "Vom Wesen und Begriff der Physis" erklärt er in den Manuskripten des ersten Teils, die sich alle mit der Frage der Entstehung der Metaphysik beschäftigen, dass seine Auslegung des aristotelischen Physis-Begriffs nichts anderes als Versuch ist, "aus dem wesentlichen Nachklang [der vorsokratischen Physis] einen Anklang auf das Anfängliche herauszuhören". Bezeichnenderweise hatte der genannte Aufsatz ursprünglich den für die Entwicklung eines seinsgeschichtlichen Denkens prägnanteren Titel "Der Vorbegriff der 'Metaphysik'". Bei der Veröffentlichung von 1958 hat Heidegger einen Teil aus dem Gesamtmanuskript herausgeschnitten. Dieses Teilstück wird jetzt unter dem ursprünglichen Titel im ersten Teil dieses Bandes veröffentlicht, so dass wieder das 'Ganze' zur Verfügung steht.

Die Manuskripte des zweiten Teils beschäftigen sich mit der Frage nach dem Wesen der (neuzeitlichen) Wissenschaft. Erkennbar wird dabei, dass die intensive Beschäftigung mit dieser Frage auch durch die politische Situation motiviert worden ist. Den Forderungen nach einer 'neuen', 'lebensnahen' Wissenschaft (man wusste damals sofort, was gemeint war), dem politisierten Reformeifer bei der Umbildung der Universität und dem Vordringen parteitreuer Kollegen in die vielfach gebildeten 'Arbeitskreise' glaubt Heidegger, nur mit dem "Willen zur Besinnung auf die Wissenschaft" begegnen zu können. Seine Rede über die Selbstbehauptung (d.h. Wesensbewahrung) der deutschen Universität sieht er erst recht bestätigt. Die Manuskripte des dritten Teils stammen aus den späten 40er und den frühen 50er Jahren. Die Vorstudien zur Frage nach dem Wesen der Technik zeigen, welche Bücher Heidegger bei seinen Überlegungen immer wieder herangezogen hat. Dass dazu die Essays über die 'Technische Existenz' gehören, darf als Überraschung angesehen werden.

Im Anhang wird als Dokument die Niederschrift einer Aussprache abgedruckt, die im Anschluss an Heideggers Vortrag "…dichterisch wohnet der Mensch…" (am 24.4.1952 in München) stattgefunden hat. Der Vorstellung einiger Kollegen, Kunst und moderne Technik könnten vereinbar sein, widerspricht Heidegger ganz entschieden.

 

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