Heidegger, Martin: Phänomenologie des religiösen Lebens


Heidegger, Martin: Phänomenologie des religiösen Lebens

1. Einleitung in die Phänomenologie der Religion
1. Einleitung in die Phänomenologie der Religion
(Wintersemester 1920/21). Hrsg von Matthias Jung und Thomas Regehly
2. Augustinus und der Neuplatonismus
(Sommersemester 1921). Hrsg. von Claudius Strube
3. Die philosophischen Grundlagen der mittelalterlichen Mystik
(Ausarbeitungen und Entwürfe zu einer nicht gehaltenen Vorlesung 1918/19). Hrsg. von Claudius Strube
2., überarbeitete Auflage 2011. XIV, 352 Seiten. Ln 49,00 €
ISBN 978-3-465-03717-0
Martin Heidegger Gesamtausgabe 60


Martin Heideggers Vorlesung Einleitung in die Phänomenologie der Religion, gehalten im WS 1920/21, ist für das Verständnis seines frühen Denkens von besonderer Bedeutung. Stellung wie sachlicher Rang dieser Vorlesung im Gesamtwerk bestimmen sich aus ihrem Gegenstand: an keiner anderen Stelle werden religiöse Fragen mit solcher Ausführlichkeit und exegetischer Genauigkeit behandelt. Heidegger verbindet eine Kritik der zeitgenössischen Religionsphilosophie (Troeltsch) mit methodischen Erwägungen zur Erschließung der faktischen Lebenserfahrung in ihrer Geschichtlichkeit, um vor diesem Hintergrund die frühesten Zeugnisse des Urchristentums einer eindringlichen phänomenologischen Analyse zu unterziehen. Am Phänomen der paulinischen Verkündigung arbeitet er Grundbestimmungen urchristlicher Religiosität heraus, an denen der Vollzugscharakter des faktischen Lebens erkennbar wird. Heideggers sachliche und persönliche Annäherung an Edmund Husserl seit 1918 bedingte es, daß diese Analysen im Zeichen einer "Phänomenologie der Religion" standen, deren nähere Entwicklung Husserl seinem Schüler anvertraut hatte.

Der II. Teil bringt den erstmals veröffentlichten Text der Vorlesungsausarbeitung für das Sommersemester 1921 Augustinus und der Neuplatonismus, ergänzt durch eine Reihe zeitgleicher Notizen, insbesondere zum Phänomen der tentatio, sowie durch die am Ende der Vorlesung vorgetragene "Zwischenbetrachtung über timor castus" aus der Nachschrift von Oskar Becker. Der Hauptteil der Vorlesung gibt vom 10. Buch der Confessiones eine phänomenologische Interpretation, die auf einer sehr genauen und eindringlichen Textkommentierung beruht. Mit der Interpretation der drei Formen der tentatio (concupiscentia carnis, concupiscentia oculorum, ambitio saeculi) hat sich Heidegger die Grundlagen für die spätere existenziale Analyse des Verfallens des Daseins verschafft.

Der III. Teil enthält Ausarbeitungen und Entwürfe zu der für das WS 1919/20 angekündigten, aber nicht gehaltenen Vorlesung über die "philosophischen Grundlagen der mittelalterlichen Mystik", u. a. eine Vorarbeit zur Rezension des Buches von Rudolf Otto Das Heilige.

 

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