Barth, Christian: Intentionalität und Bewusstsein in der frühen Neuzeit


Barth, Christian: Intentionalität und Bewusstsein in der frühen Neuzeit

Die Philosophie des Geistes von René Descartes
und Gottfried Wilhelm Leibniz
2017. 470 Seiten. Kt 86,00 €
ISBN 978-3-465-03950-1
Philosophische Abhandlungen 111

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Wie ist es zu erklären, dass wir uns vermittels geistiger Akte auf Gegenstände beziehen können? Und wodurch sind uns geistige Akte bewusst? René Descartes und Gottfried Wilhelm Leibniz geben faszinierende Antworten auf diese beiden zentralen Fragen der Philosophie des Geistes. In dieser Studie werden die Konzeptionen beider Autoren im Detail analysiert, miteinander verglichen und mit heutigen Positionen in Beziehung gesetzt. Die Analysen zeigen, dass Descartes eine deflationäre Konzeption des Bewusstseins (conscientia) vertritt. Bewusstsein ist „nur“ ein Aspekt der Intentionalität, die das wesentliche Merkmal des cartesischen Geists ausmacht. Die Analysen zu Leibniz weisen nach, dass er im Vergleich zu Descartes eine weitaus komplexere und anspruchsvollere Konzeption des Geistes vertritt, die aus heutiger Sicht anschlussfähiger erscheint. Die herausragenden Merkmale seiner Position sind die strukturelle Auffassung der Intentionalität und die Unterscheidung zwischen zwei Formen von Bewusstsein (apperception und conscientia), die dem phänomenalen Bewusstsein und dem reflexiven Selbstbewusstsein entsprechen. Im Unterschied zu Descartes weist Leibniz auch nicht-rationalen Tieren Bewusstsein in Form der Apperzeption zu. Conscientia bleibt dagegen den rationalen Substanzen vorbehalten.

"Dieses Buch bietet sowohl Philosophen mit Interesse an zeitgenössischen Debatten zur Philosophie des Geistes als auch Philosophiehistorikern mit Interesse an der Frühen Neuzeit interessante und bedenkenswerte Überlegungen zum Thema Bewusstsein und Identität bei Descartes und Leibniz und lädt den Leser ein, angestammte Urteile und Überzeugungen zu überdenken."
Deutsche Zeitschrift für Philosophie

How are we to explain the fact that we can refer to objects by means of mental acts? And what accounts for our being conscious of mental acts? René Descartes and Gottfried Wilhelm Leibniz provide fascinating answers to these two central questions of the philosophy of mind. In this study, the concepts of both authors are analyzed in detail, compared with each other and related to current positions. The analyses show that Descartes represents a deflationary conception of consciousness (conscientia). Consciousness is "only" an aspect of intentionality that constitutes the essential feature of the Cartesian mind. The analyses of Leibniz unveil that he represents a far more complex and demanding conception of the mind in comparison to Descartes, which makes for a higher connectivity with contemporary convictions. The salient features of his position are the structural conception of intentionality and the distinction between two forms of consciousness (apperception and conscientia) that correspond to the phenomenal consciousness and the reflexive self-consciousness. In contrast to Descartes, Leibniz also assigns consciousness to non-rational animals in the form of apperception. Conscientia, on the other hand, is reserved for rational substances.


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