Gsell, Monika: Die Bedeutung der Baubo


Gsell, Monika: Die Bedeutung der Baubo

Kulturgeschichtliche Studien zur Repräsentation des weiblichen Genitales
2001. 376 Seiten. Kt 32,00 €
ISBN 978-3-465-04470-3
Klostermann/Nexus 47


Freuds Auffassung des weiblichen Genitals als ein verkümmertes männliches Geschlechtsorgan mag inzwischen ideologiekritisch überholt sein: die psychoanalytische Praxis belegt dennoch, daß überaus viele Männer wie Frauen das weibliche Geschlechtsorgan als irgendwie deformiert, auf jeden Fall aber als nur schwer erträglich anzublicken erachten. Gleichzeitig – und wohl nicht zufällig – ist das weibliche Geschlechtsorgan derjenige Gegenstandbereich, der in der abendländischen Kultur mit dem strengsten nur möglichen Darstellungstabu belegt ist: Es gibt von der Antike bis ins 20. Jahrhundert tatsächlich nur ganz wenige Orte, an denen die unverhüllte, nicht-metaphorische und detaillierte Repräsentation des weiblichen Genitals möglich gewesen ist. Man kann bezüglich der Vulva von einem eigentlichen Seh- und Darstellungstabu sprechen. Darüber hinaus scheint die Tatsache der Tabuisierung selbst tabuisiert zu sein.

Ein Motiv dieser Forschungsarbeit war daher zunächst einfach, diese eklatante Ungleichheit bezüglich der öffentlichen Repräsentation männlicher und weiblicher Genitalien ins Bewußtsein zu rücken, zu reflektieren und durch das Reden darüber zugleich dem Bildermangel in Bezug auf das weibliche Genitale Abhilfe zu verschaffen.

Monika Gsell in der Einleitung zu ihrem Buch


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