Begriff und Grundlagen des Rechts in den juristischen Teildisziplinen im späten 19. und frühen 20. Jahrhundert
Hrsg. von Peter Collin und Leonard Wolckenhaar
2025. VI, 456 Seiten. Kt 89,00 €
ISBN 978-3-465-04548-9
Studien zur europäischen Rechtsgeschichte 332
(Moderne Regulierungssysteme 6)
Auch als
erhältlich
Ab Ende des 19. Jahrhunderts lässt sich eine verstärkte Ausdifferenzierung der deutschen Rechtswissenschaft beobachten, erkennbar u. a. an Institutsgründungen und neuen Lehrstuhlbezeichnungen, Lehrbüchern und Zeitschriften. Etliche juristische Teildisziplinen entwickelten und emanzipierten sich; auch die etablierten Disziplinen stellten ihr Selbstverständnis auf den Prüfstand. Zur gleichen Zeit sind lebhafte Aktivitäten in den Grundlagenfächern auszumachen. Nicht nur, dass sich Rechtsphilosophie, Rechtstheorie und später auch Rechtssoziologie auseinanderbewegten – überhaupt ist hier eine beeindruckende Meinungspluralität zu erkennen. Dies führt zu der Frage, ob und in welcher Weise sich auch disziplin-intern spezifische Rechtsverständnisse herausbildeten, z. B. in Bezug auf Rechtsnormeigenschaft, Geltungsreichweiten, Normsetzer und Normstruktur. Die Autorinnen und Autoren des Bandes beleuchten Grundlagendebatten der jeweiligen Subdisziplinen und machen damit die Entstehungsbedingungen einer ausdifferenzierten Rechtswissenschaft sichtbar.
From the end of the 19th century onwards, German jurisprudence became increasingly differentiated, as evidenced by the establishment of new institutes and new chair titles, textbooks and journals. A number of legal sub-disciplines developed and became independent, while established disciplines also re-examined their self-image. At the same time, there was lively activity in the fundamental subjects. Not only did legal philosophy, legal theory and, later, legal sociology stated to diverge from one another, but an impressive plurality of opinions can generally be observed here. This raises the question of whether and in what way specific understandings of law also developed within disciplines, e.g. with regard to the nature of legal norms, their scope of application, norm-setters and norm structure. The authors of this volume shed light on fundamental debates in the respective sub-disciplines, thereby revealing the conditions under which a differentiated jurisprudence emerged.
