Strohschneider, Moritz: Verabschiedung der Gegenwart

Konstruktionen des 'Reichs' in der deutschsprachigen Literatur zwischen den Kriegen (1918–1939)
2025. 512 Seiten. Ln 98,00 €
ISBN 978-3-465-04696-7
​Das Abendland N.F. 50

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'Reich‘ ist ein Grundbegriff der politisch-sozialen Debatten der Zwischenkriegszeit in Deutschland und Österreich, der in seiner Bedeutung bisher unterschätzt wurde. Da mit diesem Begriff ganz unterschiedliche Vorstellungen verbunden sein konnten, musste er bei seiner Verwendung jeweils neu bestimmt werden, was Anlass für historische Rekonstruktionen, politische Imaginationen und retropische Wunschträume verschiedenster Art war.

Die Untersuchung Moritz Strohschneiders macht in den zwischen 1918 und 1939 entstandenen literarischen, wissenschaftlichen, politischen und essayistischen Texten, in denen vom Reich die Rede ist, einen Diskurs aus, der quer zu den gängigen Sinndeutungskomplexen der Zeit liegt. Auf diese Weise geraten vergessene Texte und bisher übersehene Autorinnen und Autoren wie Gertrud von le Fort oder Albert H. Rausch in den Blick; auch werden überraschende Berührungspunkte im Denken und Schreiben solcher Schriftstellerinnen und Schriftsteller deutlich, die wie Joseph Roth und Stefan George in der Literaturwissenschaft so gut wie nie gemeinsam behandelt werden.


'Reich' is a fundamental concept in the political and social debates of the interwar period in Germany and Austria, the significance of which has been underestimated to date. As very different ideas could be associated with this term, it had to be redefined each time it was used, which gave rise to historical reconstructions as well as political and retropical imaginations of all kinds.

In the literary, scientific, political and essayistic texts written between 1918 and 1939 in which the ‘Reich’ is mentioned, Moritz Strohschneider's study identifies a discourse that is at odds with the common interpretations of the time. Thus, forgotten texts and previously overlooked authors such as Gertrud von le Fort or Albert H. Rausch as well as rather surprising points of contact in the thinking and writing of writers come into view who, like Joseph Roth and Stefan George, are almost never treated together in literary studies.


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