Wolff, KD: "Bin ich nicht ein Hans im Glück?"Studentenrevolte – Hölderlin – Kafka
Als KD Wolff den Verlag Roter Stern (später Stroemfeld/Roter Stern) gründete, ging sein Kampf weiter. Mit dem Wagnis einer neuen Gesamtausgabe der Schriften Hölderlins legte er sich mit der etablierten Germanistik an und irritierte politische Weggefährten. Dass die Ausgabe später international Schule machen sollte, war damals nicht abzusehen — ebensowenig wie der Erfolg der „Männerphantasien“ von Klaus Theweleit oder der Bücher Peter Kurzecks, den KD Wolff entdeckt und gefördert hat. Sein Meisterstück, die Kafka-Ausgabe, konnte er selbst nicht abschließen, weil sein Verlag 2018 kein Geld mehr hatte. In der offenen Atmosphäre des Verlags im Frankfurter „Holzhaus“ wurde 50 Jahre lang gemeinsam gearbeitet, gewohnt, gekocht, wuchsen Kinder heran. Später kamen Bundesverdienstkreuz, Basler Ehrendoktor u.a.m. Dieses Buch ist der spannende Lebensbericht eines „publishers in the public interest“ und ein Streifzug durch die jüngere deutsche Geschichte.
Der Deutschlandfunk hat KD Wolff für seine Sendung "Büchermarkt" im "Holzhaus" besucht. Das Interview findet sich in der Mediathek des DLF; hier können Sie es hören. In der FAZ vom 6. August 2025 beschreibt Jochen Hieber das Buch als einen der wichtigsten autobiographischen Texte der letzten Jahre und als "famosen Abenteuerroman": "Was hier versammelt ist, wird noch manchen Diskurs befeuern. [...] Bin ich nicht ein Hans im Glück ist ein fabelhaftes Buch." "Auf gerade einmal 250 Seiten verdichtet sich ein Leben, ein Lauf durch die Zeit, der den Lesenden am Ende leicht schwindelnd entlässt. Zeit-Splitter, nicht selten sarkastisch, wie der Autor das mag. [Uns] bleiben diese Erinnerungen als Ermutigung." "Mit Bin ich nicht ein Hans im Glück hat Wolff ein Buch vorgelegt, das über seine persönlichen Erinnerungen hinaus ein Gewinn für die LeserInnen ist. Das gilt sowohl für das Verständnis der Zeitgeschichte als auch der deutschen Kulturgeschichte." Unter dem Titel Der nicht mit den Wölfen heult schreibt Peter Kern in Glanz & Elend von einem "überaus lesenwerten Blick auf die deutsche Politik- und Kulturgeschchte der letzten 60 Jahre: "Dem Hans im Glück gelingt sein Leben, weil er kein homo oeconomicus ist. Da ist einer, der weiß, was es mit dem Tauschprinzip theoretisch auf sich hat, und lebenspraktisch widerstrebt es ihm, als schlau kalkulierender Bürger einen Karriereplan zu verfolgen. Dennoch macht er sein Glück. Karl Dietrich Wolff ist so einer. [...] Das Buch erzählt tolle Geschichten und Deckgeschichten, und die sind voller Schalk und Witz, was zum Besten der Revolte gehörte." Hier die ganze Besprechung in "Glanz und Elend".
When KD Wolff founded the publishing house Roter Stern (later Stroemfeld / Roter Stern), his struggle continued. With the venture of a new complete edition of Hölderlin's writings, he pitted himself against established German studies and irritated political companions. At the time, it was hardly foreseeable that the edition would later set an international precedent – nor could one reasonably expect the success of Klaus Theweleit's ‘Männerphantasien’ or Peter Kurzeck's books, an auhor whom KD Wolff discovered and promoted. Due to eventually running out of money in 2018, though, he was unable to complete his masterpiece, the Kafka edition. This book is the captivating life story of a 'publisher in the public interest' and a sweeping journey through recent German history.
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