Stegmaier, Werner: Wittgensteins OrientierungTechniken der Vergewisserung
Der späte Wittgenstein hat wie niemand zuvor das Philosophieren an die „Sprachspiele“ und die „Lebensformen“ des Alltags angebunden. Er gebraucht selbst den Begriff „Orientierung“ in Komposita wie „Orientierungszeichen“ und „Orientierungsregel“ und lotet das Sprachspiel der Orientierung mit zahlreichen weiteren Begriffen aus dem semantischen Umfeld aus. Der Begriff der Orientierung könnte das „erlösende Wort“ sein, das Wittgenstein bis zum Ende gesucht hat und in dem sich seine philosophischen Bemühungen zu einem stimmigen Bild zusammenfügen. In der Forschung ist Wittgensteins Beitrag zum Verständnis der menschlichen Orientierung und ihrer Techniken noch kaum zum Thema geworden. Aber eben von hier könnte eine revolutionäre Wirkung ausgehen.
The late Wittgenstein, like no one before him, linked philosophy to the ‘language games’ and ‘forms of life’ of everyday life. He himself uses the term “orientation” in compounds such as ‘orientation sign’ and ‘orientation rule’ and explores the language game of orientation with numerous other terms from the semantic environment. The concept of orientation could be the ‘redeeming word’ that Wittgenstein sought until the end and in which his philosophical efforts come together to form a coherent picture. Wittgenstein's contribution to the understanding of human orientation and its techniques has hardly been addressed in research. But this is precisely where a revolutionary effect could emanate from.
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