Stegmaier, Werner: Wittgensteins Orientierung

Techniken der Vergewisserung
2025. 234 Seiten. Kt 24,80 €
ISBN 978-3-465-04709-4
​Klostermann Rote Reihe 165

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Die Gedanken des späten und spätesten Wittgenstein gehören zu den großen Neuanfängen des Philosophierens im 20. Jahrhundert und auch zu ihren Rätseln. Seine Texte sind auf äußerste Nüchternheit und Klarheit angelegt, doch Wittgenstein hat ihnen keine übersichtliche Ordnung gegeben. Die vielfältigen Versuche zu wenigstens groben inhaltlichen Gliederungen haben eher Verwirrung gestiftet; keiner hat sich durchgesetzt. Das liegt daran, dass es Wittgenstein um eine methodische Orientierung im Philosophieren selbst, um Techniken der Vergewisserung ging, nachdem alle scheinbar absoluten Gewissheiten der Philosophie, auch die seiner frühen Logisch-Philosophischen Abhandlung, verlorengegangen waren.

Der späte Wittgenstein hat wie niemand zuvor das Philosophieren an die „Sprachspiele“ und die „Lebensformen“ des Alltags angebunden. Er gebraucht selbst den Begriff „Orientierung“ in Komposita wie „Orientierungszeichen“ und „Orientierungsregel“ und lotet das Sprachspiel der Orientierung mit zahlreichen weiteren Begriffen aus dem semantischen Umfeld aus. Der Begriff der Orientierung könnte das „erlösende Wort“ sein, das Wittgenstein bis zum Ende gesucht hat und in dem sich seine philosophischen Bemühungen zu einem stimmigen Bild zusammenfügen. In der Forschung ist Wittgensteins Beitrag zum Verständnis der menschlichen Orientierung und ihrer Techniken noch kaum zum Thema geworden. Aber eben von hier könnte eine revolutionäre Wirkung ausgehen.


The thoughts of the late and latest Wittgenstein are among the great new beginnings of philosophy in the 20th century and also among its mysteries. His texts are designed to be extremely sober and clear, but Wittgenstein did not give them a clear order. The manifold attempts to create at least a rough outline of their content have tended to cause confusion; none has prevailed. This is because Wittgenstein was concerned with a methodological orientation in philosophy itself, with techniques of verification, after all the seemingly absolute certainties of philosophy, including those of his early Logical-Philosophical Treatise, had been lost.

The late Wittgenstein, like no one before him, linked philosophy to the ‘language games’ and ‘forms of life’ of everyday life. He himself uses the term “orientation” in compounds such as ‘orientation sign’ and ‘orientation rule’ and explores the language game of orientation with numerous other terms from the semantic environment. The concept of orientation could be the ‘redeeming word’ that Wittgenstein sought until the end and in which his philosophical efforts come together to form a coherent picture. Wittgenstein's contribution to the understanding of human orientation and its techniques has hardly been addressed in research. But this is precisely where a revolutionary effect could emanate from.


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