Christen, Felix: Das Jetzt der Lektüre

Zur Edition und Deutung von Friedrich Hölderlins Ister-Entwürfen
2020. 276 Seiten. Geb. 38,00 €
ISBN 978-3-465-04718-6
edition Text 10


Friedrich Hölderlins Hymne Der Ister, existiert als Werk in verschiedenen Editionen, von denen die bekannteste Friedrich Beißners Lesefassung für die "Große Stuttgarter Ausgabe ist", auf die sich wiederum mehrere Deutungen stützen. Schon der bekannte Titel Der Ister stellt eine philologische Erfindung dar, die zum Ziel hatte, die als zusammengehörig empfundene Textmenge als ein werkhaftes Ganzes zu isolieren.  

Neben einer Kritik der bisherigen Editionen zu Hölderlins Der Ister und einem eigenen Editionsvorschlag nähert sich der Autor in dieser Studie Hölderlins Text auch interpretatorisch. Leitend ist dabei die Absicht des Autors, Philologie als Zeiterfahrung zu begründen. Mit dieser Edition wird nun endlich der komplexe Text, über den bislang nur wenige Editoren Genaueres wussten, in seiner entwurfsartigen Konstitution transparent gemacht. Mit einem Wort Werner Hamachers ist Dichtung "Erste Philologie", was genau genommen bedeutet, dass auch Hölderlin die eigenen Entwürfe zu einem Werk herstellen wollte und nur nicht zu einem Ende kam.  Der Editor steht damit in Konkurrenz zum Autor, indem er zugleich eine Differenz zu dessen Tätigkeit markiert. Für jede Beschäftigung mit dem Ister stellt diese Studie die unverzichtbare Grundlage dar.


This study is an indispensable basis for any study of Der Ister. As a work, Friedrich Hölderlin's hymn Der Ister exists in various editions, the best known of which is Friedrich Beißner's reading version for the ‘Große Stuttgarter Ausgabe’, on which several interpretations are based in turn. Even the well-known title ‘Der Ister’ is a philological invention serving the aim of isolating the set of texts, which were perceived as belonging together, as a work-like whole. 

In addition to criticising previous editions of Hölderlin's Der Ister and proposing his own edition, the author in this study also approaches Hölderlin's text from an interpretative perspective in this, the author's intention to establish philology as an experience of time being the guiding principle. With this edition, the complex text, about which only a few editors had an intimate knowledge until now, is finally made transparent in its draft-like constitution. In Werner Hamacher's words, poetry is “first philology”, which means, strictly speaking, that Hölderlin also wanted to produce his own drafts of a work and just did not come to an end.  The editor is thus in competition with the author by simultaneously marking a difference to the author's activity.

 

38,00

Diese Kategorie durchsuchen: Lieferbare Titel Literatur- und Sprachwissenschaft