Meyer, Eva: Frei und indirekt

2009. 116 Seiten. Kt 15,00 €
ISBN 978-3-465-04504-5
Klostermann/Nexus 86


Eva Meyer spielt damit ein Denken an, das nicht über die Welt, sondern in ihr und an sie stattfindet, doch ohne genau zu wissen, wer die Denkenden sind und was die Welt ist. Denken ist eine gemeinschaftliche Angelegenheit: Ich anerkenne deinen Gedanken, weil er Teil meines Gedankens ist – auch und gerade wenn dein Gedanke sich in Widerspruch zu meinem befindet. Sie können darin Hannah Arendts Begriff von Pluralität erkennen, der keineswegs auf einer Toleranz beruht, die uns gebieten würde, die Differenz um der Idee der Menschheit willen zu ertragen, sondern der diese Differenz benötigt, weil in ihren abweichenden Aktivitäten und Meinungen der gedankliche Reichtum der Gesellschaft aufscheint. Sie führen ihr Kräfte zu, die nicht einfach einem intellektuellen, sensiblen oder gesellschaftlichen Bewußtsein entspringen, sondern der logischen Konjunktion der Folge, der Folgerung oder sogar Intention des 'und'. Sie ist es, die von uns verlangt, zu einem gegebenen Potential ein anderes, aber nicht irgendeines zu wählen, und zwar so, daß sich eine Differenz zwischen Potentialen herstellen kann. In ihr steckt die Vielheit, die in allen Beziehungen mitschwingt und uns zu verzaubern beginnt.

Anfangen – Freisein – Hannah Arendt
Und – Geschlecht – Virginia Woolf
Und – Liebe – Franz Kafka
Und – Kontingenz – Robert Walser
Und – Affekt – Elfriede Jelinek
Und – Montage – Ulrike Ottinger
Und – Serie – Aglaia Konrad
Und – Überschuss – Gertrude Stein
Und – Denkstil – Hermann Broch
Und – Zeit – Virginia Woolf

 

15,00
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