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Dominik Perler, in: Archiv für Geschichte der Philosophie "Important and original book." Journal of the History of Philosophy "[Der Autorin gelingt es] über weite Strecken, die extrem unterschiedlichen Herangehensweisen [der analytischen und der hermeneutisch-kontinentalen Tradition] in einer komplexen exegetischen Synthese zu verbinden und miteinander in ein fruchtbares Gespräch zu bringen. [...] Mit ihrer ebenso scharfsinnigen wie kenntnisreichen Argumentation [setzt die Studie] Maßstäbe für die Auseinandersetzung mit Spinozas Ethik." Deutsche Zeitschrift für Philosophie "Renz parvient à mettre en lumière dans son ouvrage la richesse et la spécificité de l'expérience humaine, dont la puissance autonome de la constitution révèle la signification la plus profonde de l'entreprise éthique de Spinoza." Archives de Philosophie |
Ursula Renz: Realismus und Subjektivität in Spinozas Theorie des menschlichen Geistes 2010. 354 Seiten, Fadenheftung. Kt € 49.- Das Buch wurde von einer aus namhaften Philosophiehistorikern bestehenden Jury mit dem Preis des renommierten Journal of the History of Philosophy für "the best book published in the history of philosophy in 2010" ausgezeichnet. Hinter Spinozas Ethik steht eine ebenso simple wie programmatische Überzeugung: Subjektive Erfahrung ist erklärbar, und ihre gelungene Erklärung ist von ethischer Relevanz. Denn sie macht uns klüger, freier und glücklicher. Dieses Buch zeigt, was für eine Theorie des menschlichen Geistes diesem Programm zugrunde liegt. Als entscheidender Schachzug erweist sich die in der Architektur der Ethik angelegte systematische Unterscheidung von Theorieteilen: Auf einen Theorieteil, der sich mit Fragen der Ontologie des Mentalen befasst, folgt mit der Definition des menschlichen Geistes eine Art Subjekttheorie, welche wiederum von einem mit der Konstitution von Inhalten befassten Theorieteil getrennt ist. Dieser Aufbau macht es möglich, verschiedene bei der Erklärung von Erfahrung auftauchende Probleme getrennt zu behandeln. Und dank der Methode des mos geometricus können argumentative Abhängigkeiten und Unabhängigkeiten verschiedener Themen präzise abgebildet werden. Im Endeffekt gelingt es Spinoza, sowohl Reduktionismen als auch Skeptizismen bereits im Ansatz zu vermeiden. So werden zwei Intuitionen zusammen geführt, die oft für unvereinbar gehalten werden: einerseits die Auffassung, dass Erfahrung etwas irreduzibel Subjektives sei, andererseits die Annahme, dass es bessere und schlechtere Erklärungen von Erfahrungen gibt. Ursula Renz ist Professorin für Philosophie an der Universität Klagenfurt. |