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Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie

vereinigt mit Zentralblatt für Bibliothekswesen
Organ des wissenschaftlichen Bibliothekswesens
Enthält auch Mitteilungen des Vereins Deutscher Bibliothekare e.V.

Herausgegeben von Hermann Leskien und Elisabeth Niggemann

Jahrgang 50 (2003). VI, 354 Seiten, für institutionelle Bezieher € 89.-, für private Bezieher € 39.- 
Die zurückliegenden Jahrgänge sind weitgehend lieferbar.

 

 

Aus dem Inhalt von Heft 3

Vittorio E. Klostermann: Nun also doch: ZfBB-Online (Editorial)

"Sollen wir - oder sollen wir nicht?" Es ist gerade einmal anderthalb Jahre her, da berichteten wir im Editorial des Verlagsverzeichnisses, warum wir zögerten, unsere Zeitschriften auch online anzubieten. Nicht so sehr die zusätzlichen Kosten drückten uns, sondern die Frage: Würden wir eine ausreichende Anzahl von Abonnements behalten und die Zeitschriften weiter zu vernünftigen Preisen anbieten können? Die Sorgen kamen nicht von ungefähr. Denn nicht nachahmenswert erschien uns der Weg, den die großen STM-Verlage gegangen waren. Schon Mitte der 90er Jahre haben sie mit der Digitalisierung ihrer Zeitschriften begonnen, und sie haben dabei, im Vertrauen darauf, dass sich jede Abonnementspreiserhöhung und jede Zeitschriften-Neugründung am Markt durchsetzen ließe, die Erwerbungsetats der Bibliotheken überfordert.

Nun ist ja der Nutzen von online verfügbaren Zeitschriften nicht zu leugnen. Wird aber, wer auf dem Campus so einfachen und kostenlosen Zugang hat, die gedruckte Ausgabe privat weiter kaufen? Wir werden bald mehr wissen, denn soeben hat der Verlag die Zeitschrift für Bibliothekswesen und Bibliographie ins Netz gestellt. Institutionelle Bezieher sollten ab sofort ohne weitere Berechnung auf ZfBB-Online zugreifen können.

Zu diesem Zweck haben wir mit Heft 1 des laufenden Jahrgangs einen Fragebogen verschickt, auf dem die Bezieher uns ihre IP-Adresse nennen konnten. Die Antworten kamen in den letzten Wochen allerdings in einer Vielfältigkeit, mit der wir nicht gerechnet hatten. Es ist tatsächlich nur eine Minderheit der Institutionen, die uns eine einzige IP-Angabe macht. Viele Rückläufe nennen mehrere IP-Ranges. Wieder andere bitten wegen dynamischer Adressierung um einen Zugang über Passwort oder nameserver. Leider können wir in dieser Frage nicht so flexibel sein, wie es unsere Abonnenten wünschen. Wir haben drei Probleme:

Da ist zum einen der große Aufwand, den die gedruckte Ausgabe verursacht, in großem Format und aufwendigem Design. Für sechs Hefte werden den Institutionen nur 89,- Euro pro Jahr berechnet. Die Zeitschrift remuneriert sich aber ausschließlich aus dem Print-Verkauf; der Online-Zugang für Institutionen ist eine kostenlose Dreingabe. Für diesen Zugang müssen wir enge Grenzen setzen, damit wir den Bestand der Abonnements (und damit auch den niedrigen Abonnementspreis) nicht gefährden.

Auch müssen wir den Verwaltungsaufwand für ZfBB-Online in überschaubaren Grenzen halten. Das bedeutet, dass wir für institutionelle Bezieher nur ein einziges IP-Range freischalten können (Die Adresse darf mit einem Asterisk enden, also z.B. 193.164.246.*).

Und ein Drittes: Verwaltungstechnisch können wir die IP-Adressen nicht freischwebend verwalten; sie müssen jeweils an eine Lieferadresse gekoppelt sein. Voraussetzung ist daher, dass wir die Hefte direkt an die Bibliothek liefern, d.h. dass wir entweder direkt an die Institution fakturieren - oder aber von der Buchhandlung zur Direkteinlieferung beauftragt wurden.

Nun wollen wir uns wegen dieser Probleme aber nicht entmutigen lassen. Damit ZfBB-Online einen guten Start bekommt, ist sie ab sofort über Klostermann.de testweise für jedermann zugänglich, der die Nutzungsbedingungen anerkennt. Die Fragen der Zugangsberechtigung werden wir wohl im laufenden Jahr klären können; danach wird es einen allgemeinen Zugang nur noch bis zur Ebene der Inhaltsverzeichnisse und Abstracts geben.

ZfBB-Online ist ein Pilotprojekt, das der Verlag gemeinsam mit der Thüringer Universitäts- und Landesbibliothek in Jena verfolgt. Wir freuen uns über die Zusammenarbeit und über das gemeinsame Ziel: einen neuen Weg zu finden zwischen der Hypertrophie der STM-Zeitschriften - und der Zurückhaltung, die die geisteswissenschaftlichen Verlage bislang übten. Aber auch im Verlagswesen gilt: man darf nicht vorschnell verallgemeinern. Mit ZfBB-Online wollen wir Erfahrungen sammeln. Erst dann werden wir sehen, ob das Modell auch für andere Zeitschriften passen könnte.

Im Editorial des letzten Heftes haben wir die neuen Mitglieder des Herausgebergremiums vorgestellt. Graham Jefcoate hat nun darum gebeten, ihn von seiner Herausgeberaufgabe zu entbinden. Ich bedaure seinen Entschluss und danke herzlich für sein Engagement für ZfBB. Es ist mit sein Einsatz gewesen, der die neue Konstruktion einer auf Frankfurt, Berlin und München verteilten Herausgeberschaft ermöglicht hat.

 

Aufsätze

David Seaman / Jerry George:  
The Digital Library Federation In America: A Portrait 

Das Angebot digitaler Informationen entwickelt sich immer mehr zu einer zukunftsorientierten Dienstleistung wissenschaftlicher Bibliotheken. Dabei erweisen sich Kooperationen auf nationaler und internationaler Ebene als wichtige Bausteine sowohl für die Entwicklung allgemein anerkannter Standards und Richtlinien als auch für den effizienten Einsatz von Ressourcen.
Der nachfolgende Artikel widmet sich der Digital Library Federation (DLF), einem Zusammenschluss von 30 Bibliotheken und Institutionen in den USA. Als Autor dieses Porträts konnte der Direktor der DLF, David Seaman, gewonnen werden. Wir nutzen damit die Gelegenheit, einen der wichtigsten Akteure auf dem Feld der Digitalisierung selbst zu Wort kommen zu lassen und Informationen aus erster Hand zu bieten – auch wenn nicht alle Fragen deutscher Leser behandelt werden und die Innenperspektive naturgemäß deutlich durchscheint.

The Digital Library Federation is a consortium of research libraries and related organizations in the United States that are pioneering in the use of electronic-information technologies. Each of the DLF's members, mostly research libraries, contributes to a capital fund and an annual budget to support the organization, which is administered by a directorate within the U.S. Council on Library and Information Resources. A Steering Committee, on which each member institution is represented, guides the work, which has focused on coordinating research, identifying standards and "best practices" for digital library development, and helping to start projects that libraries need but cannot easily develop individually. The DLF convenes task forces, issues publications, sponsors a biannual Digital Library Forum, and maintains a Web site.

Juan Gorraiz / Christian Schlögl:
Eine bibliometrische Analyse eines Dokumentlieferdienstes am Beispiel von Subito: Zusammenhang von Zeitschriftennachfrage und –zitationshäufigkeiten  

Im vorliegenden Beitrag wird eine bibliometrische Analyse des Dokumentlieferdienstes Subito vorgestellt. Der Aufsatz ist folgendermaßen gegliedert: Nach einer kurzen Einführung folgt eine Beschreibung von Subito. Den Hauptteil der Arbeit stellt die bibliometrische Analyse dar. Bei dieser wird zunächst untersucht, ob ein großer Anteil der bei Subito bestellten Artikel von relativ wenigen Periodika abgedeckt werden kann. Weiters wird der Frage nachgegangen, ob sich Konzentrationsmuster auch in Hinblick auf den Marktanteil der Verlage erkennen lassen. Danach wird die fachliche Verteilung jener 100 Periodika genauer analysiert, von denen bei Subito die meisten Aufsätze bestellt werden. Schließlich wird herausgearbeitet, ob sich ein Zusammenhang zwischen den Bestellhäufigkeiten von Zeitschriften bei Subito und den Zitationshäufigkeiten laut den Journal Citation Reports (JCR) herstellen lässt. Am Ende des Beitrages werden die der Studie zugrunde liegenden Einschränkungen aufgezeigt und die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst.

This article presents a bibliometric analysis of the German document delivery service Subito. Following a brief introduction and a description of the service, the article focusses on the results of the analysis. The first study question was whether a considerable portion of the articles ordered via Subito could be provided by a relatively small number of periodicals. The second question dealt with a pattern of concentration in connection with the market share of the periodical publishers. Thirdly, the distribution of the top 100 periodicals from which the most articles are ordered was analysed by subject. And, finally, the article shows the relationship between the frequency of journals order via Subito to the citation frequency reported by the Journal Citation Reports (JCR). In conclusion, the author notes the limitations of the study and summarizes the main findings.

Gerhard Reichmann:   
Fachhochschulbibliotheken im Vergleich

Im vorliegenden Beitrag werden 30 Fachhochschulbibliotheken in Deutschland auf Basis ausgewählter Leistungskennzahlen miteinander verglichen. Ziel dieses Vergleiches ist es, den beteiligten Bibliotheken offen zu legen, welche Leistungsdifferenzen es innerhalb der Gruppe der betrachteten Bibliotheken gibt und wo die einzelne Bibliothek steht. Zu diesem Zweck werden für jede Leistungskennzahl Ranglisten erstellt. Diese Ranglisten machen deutlich, dass es zwischen den untersuchten Bibliotheken teilweise erhebliche Differenzen gibt, die sowohl auf unterschiedliche Ressourcenausstattung als auch Ressourcenverwendung zurückzuführen sind.

In this article 30 professional colleges in Germany are compared on the basis of selected performance indicators. The goal of this analysis isto provide the participating libraries with clear evidence of the differences in performance within the group and show each library its relative standing in each of the performance categories. The resulting ranking lists show there are considerable differences among these libraries, in part due to differing resources and in part also due to differing allocation schemes.

 

Bibliotheksrecht

Bericht für die Zeit vom 1.8.2002 bis 28.2.2003 (Klaus Peters)

 

Aktuelles

Weltkongress Bibliothek und Information: IFLA 2003 Berlin

International Summer School on the Digital Library

Erweiterte Zugriffsmöglichkeit auf die VD-16-Datenbank

 

Personalia

WÜRDIGUNGEN

Vita Rudolf Jung (Ursula Georgy)

INTERVIEW

Jürgen Hering (Sabine Baumann)

MENSCHEN IN BIBLIOTHEKEN

ABSCHLÜSSE

Berlin, Humboldt-Universität, Institut für Bibliothekswissenschaft

GEBURTSTAGE

 

Rezensionen

DIGITALE MEDIEN

netLibrary  (Achim Oßwald)

PRINTMEDIEN

Erfolgreiches Management von Bibliotheken und Informationseinrichtungen (Gudrun Behm-Steidel)

Repp, Hanna: Glossar bibliothekarischer Fachtermini (Kamran Arjomand)

Teitge, Hans-Erich: Der Buchdruck des 16. Jahrhunderts in Frankfurt an der Oder (Dieter Reichelt)

Terminologie (Günther Pflug)

Vitiello, Giuseppe: Alessandrie d’Europa (Andrea Ghiringhelli, Übers.: Walther Traiser)